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Bei Arzneimitteln: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.
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Allgemeine Produktinformationen
- Nehmen Sie die Filmtabletten oder deren Teilstücke bitte unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit ein (vorzugsweise einem Glas Trinkwasser).
- Vorzugsweise nehmen Sie bitte die Filmtabletten jeweils morgens, mittags und abends oder morgens und abends vor einer Mahlzeit auf nüchternen Magen ein.
Anwendungsgebiete
- Das Arzneimittel ist ein Arzneimittel zur Entspannung der Muskulatur der inneren Organe (Spasmolytikum).
- Es wird angewendet
- zur Behandlung der Blaseninstabilität (unwillkürlicher Harndrang und Blasenentleerungen mit unklarer Ursache) oder der Blasenentleerungsstörung aufgrund bestimmter Nervenerkrankungen (Detrusorhyperreflexie) mit den Krankheitszeichen häufiger Harndrang, starker nicht unterdrückbarer Harndrang und nicht verhinderbares Wasserlassen (Einnässen) mit starkem Harndrang.
Indikation- Detrusor-Instabilität oder Detrusor-Hyperreflexie mit den Symptomen Pollakisurie, imperativer Harndrang und Dranginkontinenz
- Einnahme der Filmtabletten oder deren Teilstücke
- unzerkaut
- vor einer Mahlzeit
- auf leeren Magen
- mit ausreichend Flüssigkeit
Gegenanzeigen
- Das Arzneimittel darf nicht eingenommen werden
- Wenn Sie allergisch gegen Trospiumchlorid oder einen der sonstigen genannten Bestandteile dieses Arzneimittels sind
- bei Harnverhaltung
- bei erhöhtem Augeninnendruck durch Verengung des Augenwinkels; sog. grünem Star (Engwinkelglaukom)
- bei beschleunigtem und dabei unregelmäßigem Herzschlag (Tachyarrhythmie)
- bei Erkrankung mit vorzeitiger Ermüdung und Schwäche der Muskeln bei Belastung (Myasthenia gravis)
- bei schwerer chronisch entzündlicher Darmerkrankung (Colitis ulcerosa und Morbus Crohn)
- bei schwerer Erkrankung mit Erweiterung des Dickdarmes mit Verstopfung (Megakolon)
- bei dialysepflichtiger Nierenfunktionseinschränkung
Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus) Trospium - peroral- Überempfindlichkeit gegen Trospiumchlorid
- Harnretention
- (unbehandeltes) Engwinkelglaukom
- Tachyarrhythmie
- Myasthenia gravis
- schwere gastrointestinale Dysfunktionen, einschließlich toxisches Megakolon
- schwere chronisch entzündliche Darmerkrankung (Colitis ulcerosa und Morbus Crohn)
- dialysepflichtige Niereninsuffizienz (Kreatininclearance < 10 ml/Min./1,73 m2)
- altersbedingte Einschränkung der Anwendung siehe jeweilige Herstellerinformation
Vorsichtsmaßnahmen
- Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
- Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bevor Sie dieses Arzneimittel einnehmen bei:
- Behinderung der Magen-Darm-Passage (z. B. Verengung des Magenpförtners (Pylorusstenose))
- Abflussbehinderungen des Harns aus der Blase mit dem Risiko der Restharnbildung (z. B. gutartiger Prostatahyperplasie)
- Zwerchfellbruch mit Entzündung der Speiseröhre durch Rückfluss von Magensäure (Hiatushernie mit Refluxösophagitis)
- Erkrankung des unwillkürlichen Nervensystems (autonomer Neuropathie)
- sowie bei Patienten, bei denen eine schnelle Herzschlagfolge nicht erwünscht ist. Zum Beispiel bei Schilddrüsenüberfunktion, Verengung der Herzkranzgefäße (koronarer Herzkrankheit) und Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz).
- Wenn Sie an einer schwerwiegenden Lebererkrankung leiden, sollten Sie das Arzneimittel nicht einnehmen. Wenn Sie an einer leichten bis mäßigen Lebererkrankung leiden, sprechen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels bitte mit Ihrem Arzt.
- Trospiumchlorid wird hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden. Bei Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion wurden beträchtliche Erhöhungen des Wirkstoffes im Blut beobachtet. Wenn Sie zu dieser Patientengruppe zählen oder an einer leichten bis mäßigen Einschränkung der Nierenfunktion leiden, beginnen Sie die Behandlung nur in Absprache mit Ihrem Arzt.
- Lassen Sie bitte vor Beginn einer Therapie organische Ursachen für den Drang zu häufigem Wasserlassen ohne vermehrte Ausscheidung (Pollakisurie) und Drangsymptomatik (siehe unter Anwendungsgebiete), wie Herz- oder Nierenkrankheiten, Polydipsie (starkes Durstgefühl), Infektionen und Tumoren der Harnorgane ausschließen.
- Kinder
- Das Arzneimittel wird für Kinder unter 12 Jahren nicht empfohlen.
- Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker bevor Sie dieses Arzneimittel einnehmen bei:
- Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
- Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch die Sehschärfe so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, zum Bedienen von Maschinen oder zum Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße bei Behandlungsbeginn, der Erhöhung der Dosis und einem Wechsel der Präparate sowie im Zusammenwirken mit Alkohol.
Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus) Trospium - peroral- sollte nur mit Vorsicht angewendet werden bei Patienten
- mit obstruktiven Zuständen des Gastrointestinaltraktes (z. B. Pylorusstenose)
- mit Behinderung des Harnabflusses mit dem Risiko der Restharnbildung
- mit autonomer Neuropathie
- mit einer Hiatushernie (mit Refluxösophagitis)
- mit Refluxösophagitis
- bei denen eine schnelle Herzschlagfolge nicht erwünscht ist, z. B. jenen mit Hyperthyreose, koronarer Herzkrankheit und Herzinsuffizienz
- Leberfunktionsstörung
- stark eingeschränkte Leberfunktion
- keine Daten aus klinischen Studien zur Verwendung von Trospiumchlorid bei stark eingeschränkter Leberfunktion
- es wird von der Anwendung bei diesen Patienten abgeraten
- leichte bis mäßige Leberfunktionseinschränkung
- Anwendung mit Vorsicht
- stark eingeschränkte Leberfunktion
- Nierenfunktionsstörung
- Trospiumchlorid wird hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden
- mäßige bis starke Einschränkung der Nierenfunktion
- beträchtliche Erhöhungen der Plasmaspiegel beobachtet, der zur Dosisanpassung führte
- Anwendung mit Vorsicht
- leichte Einschränkung der Nierenfunktion
- Anwendung mit Vorsicht
- vor Beginn einer Therapie sollten organische Ursachen für Pollakisurie und Drangsymptomatik ausgeschlossen werden, wie
- Herz- oder Nierenkrankheiten
- Polydipsie
- Infektionen
- Tumore der Harnorgane
- Kinder
- Einschränkungen zur Anwendung bei Kindern siehe jeweilige Herstellerinformation
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus) Trospium - peroral- Trospiumchlorid sollte vorsichtshalber nicht während der Schwangerschaft angewendet werden
- es liegen keine Erfahrungen über die Anwendung beim Menschen während der Schwangerschaft vor
- keine Studien oder klinischen Daten über die Anwendung bei schwangeren Frauen vorliegend
- tierexperimentelle Studien
- bei Ratten findet ein Übertritt von Trospiumchlorid in die Plazenta des Muttertieres statt
- keine Hinweise darauf gefunden, dass Trospiumchlorid direkte oder indirekte schädliche Effekte auf die Schwangerschaft, die embryonale und fötale Entwicklung, die Geburt oder die nachgeburtliche Entwicklung ausüben könnte
- Fertilität
- keine Daten zur Fertilität am Menschen vorliegend
- tierexperimentelle Studien weisen nicht auf ein Risiko beeinträchtigter Fertilität hin
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus) Trospium - peroral- Anwendung von Trospiumchlorid nur unter strenger Indikationsstellung
- bei der Entscheidung ob abgestillt werden soll oder die Behandlung mit Trospium weitergeführt werden soll, müssen die Vor- und Nachteile für das Kind bzw. die Mutter miteinander abgewogen werden
- keine Erfahrungen über die Anwendung beim Menschen während der Stillzeit vorliegend
- es existieren keine Studien darüber, ob Trospiumchlorid in die Muttermilch übergeht
- tierexperimentelle Studien bei Ratten
- Übergang von geringen Mengen Trospiumchlorid in die Milch
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
- Einnahme zusammen mit anderen Arzneimitteln
- Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.
- Die Wirkung der nachfolgend genannten Arzneistoffe kann bei gleichzeitiger Behandlung mit diesem Arzneimittel beeinflusst werden.
- Verstärkung der Wirkung bis hin zu erhöhtem Nebenwirkungsrisiko:
- Verstärkung der Wirkung durch Beeinflussung des unwillkürlichen Nervensystems (anticholinerge Wirkung) von Amantadin (Arzneistoff gegen Parkinson-Krankheit), trizyklischen Antidepressiva (bestimmten Arzneimitteln zur Behandlung krankhaft-trauriger Verstimmungen), Chinidin und Disopyramid (Arzneistoffen gegen unregelmäßigen Herzschlag) und Antihistaminika (bestimmten Arzneimitteln gegen Allergien) sowie
- Verstärkende Wirkung auf die Beschleunigung des Herzschlags (tachykarde Wirkung) von Beta-Sympathomimetika (wirken stimulierend auf einen Teil des vegetativen Nervensystems; u.a. verwendet als Herzmittel, Asthmamittel und als Wehenhemmer).
- Abschwächung der Wirkung:
- Abschwächung der Wirkung von Medikamenten, welche die Funktion des Magen-Darm-Trakts unterstützen (Prokinetika). Zum Beispiel Metoclopramid, Cisaprid, die meist zur Behandlung von Magenentleerungsstörungen oder von Sodbrennen (Refluxkrankheit) verwendet werden.
- Sonstige mögliche Wechselwirkungen:
- Da Trospiumchlorid die Beweglichkeit und Absonderung von Verdauungssäften (Sekretion) im Magen-Darm-Trakt beeinflussen kann, ist nicht auszuschließen, dass die Aufnahme gleichzeitig eingenommener Medikamente verändert wird.
- Bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten, die Stoffe wie Guar, Colestyramin und Colestipol enthalten, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Aufnahme in denn Blutkreislauf (Resorption) von Trospiumchlorid verringert wird. Deshalb wird die gleichzeitige Anwendung von Medikamenten, die diese Stoffe enthalten, nicht empfohlen.
- Stoffwechselbedingte Wechselwirkungen wurden nur im Reagenzglasversuch untersucht, dabei aber nicht beobachtet. Aufgrund des insgesamt geringen Umsatzes im Stoffwechsel und der Art des Umsatzes im Stoffwechsel werden diesbezüglich keine Wechselwirkungen erwartet.
- Zudem ergaben sich weder aus klinischen Studien noch aus der Arzneimittelüberwachung Hinweise auf Wechselwirkungen, die für die Behandlung wesentlich sind.
- Einnahme zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol
- Bei der Einnahme des Arzneimittels sollten Sie möglichst keinen Alkohol trinken.
Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben schwerwiegend Kaliumchlorid / Anticholinergika
mittelschwer Neuroleptika / Anticholinergika
Macimorelin / Anticholinergika
geringfügig Amifampridin / Anticholinergika
Cholinesterase-Hemmer / Anticholinergika
Beta-Sympathomimetika / Trospium
Prokinetika / Anticholinergika
Trospium / Gallensäure-bindende Mittel
Anticholinergika / Pridinol
Cannabinoide / Anticholinergika
Anticholinergika / Botulinum-Toxin
Arzneimittel, anticholinerge Wirkung / Opioide
Arzneimittel, anticholinerge Wirkung / Corticosteroide
Arzneimittel, anticholinerge Wirkung / Pirenzepin
Glycopyrronium, extern / Arzneimittel, anticholinerge Wirkung
unbedeutend Levodopa / AnticholinergikaWarnhinweise
- Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
- In tierexperimentellen Untersuchungen wurden keine Hinweise auf Missbildungen gefunden. Es liegen keine Erfahrungen über die Anwendung während der Schwangerschaft und Stillzeit beim Menschen vor. Wenden Sie daher Trospiumchlorid während der Schwangerschaft und Stillzeit nur an, wenn es Ihr Arzt als absolut erforderlich ansieht.
Einnahme auf nüchternen Magen.
Einnahme vor dem Essen.
Mit Flüssigkeit einnehmen.Die Anwendung in der Schwangerschaft darf oder sollte nicht erfolgen.Die Anwendung in der Stillzeit darf oder sollte nicht erfolgen.Dosierungsanleitung
- Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.
- Die empfohlene Tagesdosierung beträgt 45 mg Trospiumchlorid. Nach Abwägung von individueller Wirksamkeit und Verträglichkeit kann die Tagesdosierung vom behandelnden Arzt auf 30 mg gesenkt werden. Die Dosierung erfolgt wie in der nachfolgenden Tabelle vorgegeben.
- Tagesdosis: 45 mg (empfohlene Tagesdosis)
- Dosierung/Tag:
- 3-mal täglich ½ Filmtablette: entsprechend Einzeldosis 15 mg Trospiumchlorid
- oder
- morgens 1 Filmtablette: entsprechend Einzeldosis 30 mg Trospiumchlorid und
- abends ½ Filmtablette: entsprechend Einzeldosis 15 mg Trospiumchlorid
- Dosierung/Tag:
- Tagesdosis: 30 mg
- Dosierung/Tag
- 2-mal täglich ½ Filmtablette: entsprechend Einzeldosis 15 mg Trospiumchlorid
- Dosierung/Tag
- Tagesdosis: 45 mg (empfohlene Tagesdosis)
- Besondere Patientengruppen
- Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
- Bei Patienten mit mäßiger und schwerer Nierenfunktionseinschränkung (Kreatinin-Clearance zwischen 10 und 50 ml/min/1,73m²) sollte die Anfangsdosis entsprechend der Nierenfunktionseinschränkung reduziert werden.
- Die empfohlene Tagesdosis beträgt 1 x 15 mg (entsprechend ½ Tablette) oder 1 - 2 x 15 mg (entsprechend 1 - 2 x ½ Tablette) jeden zweiten Tag. Die individuelle Dosis sollte durch Abwägung der individuellen Wirksamkeit und Verträglichkeit bestimmt werden.
- Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung sollten das Arzneimittel zusammen mit einer Mahlzeit einnehmen.
- Um die tägliche Standarddosierung von 45 mg zu halbieren, sollte die Verordnung von teilbaren Tabletten mit 15 mg Trospiumchlorid als Alternative bedacht werden.
- Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
- Bei leichter bis mäßiger Beeinträchtigung der Leberfunktion ist eine Dosisanpassung nicht notwendig.
- Bei schwerer Leberfunktionsstörung ist eine Behandlung nicht empfohlen.
- Anwendung bei Kindern:
- Die Behandlung von Kindern unter 12 Jahren wird nicht empfohlen, da keine Daten vorliegen.
- Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
- Dauer der Anwendung
- Die Dauer der Einnahme wird von Ihrem Arzt festgelegt.
- Lassen Sie von Ihrem Arzt die Notwendigkeit der Weiterbehandlung in regelmäßigen Abständen von 3-6 Monaten überprüfen.
- Wenn Sie eine größere Menge eingenommen haben, als Sie sollten:
- Vergiftungserscheinungen sind beim Menschen bislang nicht bekannt geworden.
- Wenn Sie zu viel Trospiumchlorid eingenommen haben oder Vergiftungserscheinungen auftreten, suchen Sie sofort einen Arzt auf.
- Zeichen einer Überdosierung sind Krankheitsanzeichen, ausgelöst durch die Beeinflussung des unwillkürlichen Nervensystems (anticholinerge Symptome) wie Sehstörungen, beschleunigter Herzschlag, Mundtrockenheit und Hautrötung. Zur Behandlung empfehlen sich Medikamente, welche einen Teil des vegetativen Nervensystemsstimulieren (Parasympathomimetika), wie z.B. Neostigmin. Bei erhöhtem Augeninnendruck, sogenanntem grünem Star (Glaukom), kann örtlich Pilocarpin gegeben werden.
- Wenn Sie die Einnahme vergessen haben:
- Nehmen Sie nicht die doppelte Dosis ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben, sondern führen Sie die Einnahme, wie in der Dosierungsanleitung beschrieben bzw. vom Arzt verordnet, fort.
- Wenn Sie die Einnahme abbrechen:
- Bitte unterbrechen oder beenden Sie die Behandlung nicht, ohne dies vorher mit Ihrem Arzt abgesprochen zu haben.
- Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Dosierung- Detrusor-Instabilität oder Detrusor-Hyperreflexie mit den Symptomen Pollakisurie, imperativer Harndrang und Dranginkontinenz
- 45 mg Trospiumchlorid / Tag
- nach Abwägung von individueller Wirksamkeit und Verträglichkeit kann Tagesdosierung vom behandelnden Arzt auf 30 mg gesenkt werden
- Dosierschema
- Tagesdosis: 45 mg (empfohlene Tagesdosis)
- ½ Filmtablette (15 mg Trospiumchlorid) 3mal / Tag oder
- morgens 1 Filmtablette (30 mg Trospiumchlorid) und abends ½ Filmtablette (15 mg Trospiumchlorid)
- Tagesdosis: 30 mg
- ½ Filmtablette (15 mg Trospiumchlorid) 2mal / Tag
- Tagesdosis: 45 mg (empfohlene Tagesdosis)
- Behandlungsdauer
- Notwendigkeit der Weiterbehandlung sollte in regelmäßigen Abständen von 3 - 6 Monaten überprüft werden
Dosisanpassung
- Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion
- mäßige und schwere Nierenfunktionseinschränkung (Kreatinin-Clearance zwischen 10 und 50 ml / min / 1,73 m2)
- Anfangsdosis entsprechend der Nierenfunktionseinschränkung reduzieren
- empfohlene Tagesdosis
- 15 mg (entsprechend ½ Tablette) 1mal / Tag oder
- 15 mg (entsprechend ½ Tablette) 1 - 2mal jeden 2. Tag
- individuelle Dosis durch Abwägung der individuellen Wirksamkeit und Verträglichkeit bestimmen
- dialysepflichtige Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 10 ml / min / 1,73 m2)
- kontraindiziert
- mäßige und schwere Nierenfunktionseinschränkung (Kreatinin-Clearance zwischen 10 und 50 ml / min / 1,73 m2)
- Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion
- leichte bis mäßige Beeinträchtigung der Leberfunktion (Child-Pugh 5 - 6 bzw. 7 - 9)
- Dosisanpassung nicht erforderlich
- schwere Leberfunktionsstörung (Child-Pugh > 10; class C)
- Behandlung nicht empfohlen (keine Studien)
- leichte bis mäßige Beeinträchtigung der Leberfunktion (Child-Pugh 5 - 6 bzw. 7 - 9)
- Kinder < 12 Jahre
- Behandlung nicht empfohlen (keine Daten)
Nebenwirkungen
- Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
- Mögliche Nebenwirkungen
- Aufgrund der speziellen Wirkung von Trospiumchlorid auf die Übertragungsstellen von Nervenimpulsen (anticholinergen Nebenwirkungen) kann es bei der Behandlung mit diesem Präparat zu Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit, Verdauungsbeschwerden und Verstopfung kommen.
- Häufigkeit nicht bekannt, kann aus den verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden
- Schwere Hautreaktionen mit Blutungen und Blasenbildung, ggf. auch mit Schleimhautbeteiligung. Ein ursächlicher Zusammenhang mit Trospiumchlorid (dem Wirkstoff dieses Präparates) lässt sich nicht mit letzter Sicherheit bestimmen.
- Suchen Sie umgehend ein Arzt auf, wenn Sie einer diese schwerwiegenden Nebenwirkungen bei sich bemerken.
- Weitere Nebenwirkungen
- Sehr häufige Nebenwirkungen, kann mehr als 1 von 10 Personen betreffen
- Mundtrockenheit
- Häufige Nebenwirkungen, kann bis zu 1 von 10 Personen betreffen
- Verdauungsbeschwerden, Verstopfung, Bauchschmerzen und Übelkeit.
- Gelegentliche Nebenwirkungen, kann bis zu 1 von 100 Personen betreffen
- Störungen der Harnentleerung (z. B. Restharnbildung), schnelle Herzschlagfolge, Herzklopfen, Herzrasen (Tachykardie), Störungen der Fähigkeit des Auges zum Scharfsehen in der Nähe (Akkommodation), Durchfall (Diarrhö), Blähungen (Flatulenz), Hautausschlag, allgemeine Körperschwäche und Brustschmerzen.
- Seltene Nebenwirkungen, kann bis zu 1 von 1.000 Personen betreffen
- Harnverhaltung, schneller und unregelmäßiger Herzschlag (Tachyarrhythmie), meist schmerzhafte, allergischbedingte Schwellung der Haut und Unterhaut, meist im Gesicht (Angioödem), Anstieg der Leberwerte, lebensbedrohlicher, allergischer Schockzustand (Anaphylaxie),Kurzatmigkeit (Dyspnoe).
- Sehr häufige Nebenwirkungen, kann mehr als 1 von 10 Personen betreffen
- Meldung von Nebenwirkungen
- Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die hier nicht angegeben sind.
Nebenwirkungen, Wirkstoffprofil
(kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus) Trospium - peroral- Erkrankungen des Immunsystems
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Anaphylaxie
- ohne Häufigkeitsangabe
- Stevens-Johnson-Syndrom (SJS)
- toxisch-epidermale Nekrolyse (TEN)
- Überempflindlichkeitsreaktionen gegenüber Trospiumchlorid (u. a. Hautausschlag, Juckreiz, Urtikaria, Angioödeme)
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Psychiatrische Erkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- die folgenden Nebenwirkungen traten hauptsächlich bei älteren Patienten auf und können durch neurologische Erkrankungen und / oder durch gleichzeitige Einnahme weiterer anticholinerger Medikamente begünstigt werden
- Halluzination
- Verwirrung
- Agitiertheit
- die folgenden Nebenwirkungen traten hauptsächlich bei älteren Patienten auf und können durch neurologische Erkrankungen und / oder durch gleichzeitige Einnahme weiterer anticholinerger Medikamente begünstigt werden
- ohne Häufigkeitsangabe
- Herzerkrankungen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Tachykardie
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Tachyarrhythmie
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen des Nervensystems
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Schwindel
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Kopfschmerzen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Augenerkrankungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- trockene Augen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Störung der Akkommodation (besonders bei Patienten, die hyperop und nicht ausreichend korrigiert sind)
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Sehstörungen
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- trockene Nase
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Dyspnoe
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Mundtrockenheit
- häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
- Dyspepsie
- Verstopfung
- Bauchschmerzen
- abdominelles Spannungsgefühl
- Übelkeit
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Diarrhö
- Flatulenz
- sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
- Erkrankungen der Nieren und Harnwege
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Störungen der Harnentleerung (z. B. Restharnbildung)
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Harnverhalt
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Ausschlag
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Angioödem
- ohne Häufigkeitsangabe
- Pruritus
- Urtikaria
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Myalgie
- Arthralgie
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- Infektionen und parasitäre Erkrankungen
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Harnwegsinfektion
- sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
- Gefäßerkrankungen
- ohne Häufigkeitsangabe
- Bluthochdruck
- ohne Häufigkeitsangabe
- Allgemeine Erkrankungen Beschwerden am Verabreichungsort
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Schwäche
- Brustschmerzen
- gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
- Untersuchungen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
- milder bis mäßiger Anstieg der Transaminasen
- selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
-
Wirkstoff und weitere Bestandteile des Arzneimittels
Stoffname Stoffmenge Stofftyp Trospium chlorid 30 mg Wirkstoff Trospium Kation 27.51 mg k.A. Carboxymethylstärke, Natriumsalz Typ A + Hilfsstoff Cellulose, mikrokristallin + Hilfsstoff Hypromellose + Hilfsstoff Lactose 1-Wasser 100 mg Hilfsstoff Maisstärke + Hilfsstoff Povidon K25 + Hilfsstoff Silicium dioxid, hochdispers + Hilfsstoff Stearinsäure + Hilfsstoff Titan dioxid + Hilfsstoff Gesamt Natrium Ion 23 mg Zusatzangabe Gesamt Natrium Ion mmol k.A. -
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