OCTANATE 250

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Steckbrief : OCTANATE 250

  • 08531429
  • Pulver und Loesungsmittel zur Herstellung einer Injektionslo
  • 1 ST
  • Octapharma GmbH
  • Preisvergleich
  • Produktinformationen
  • Wirkstoff und Bestandteile
  • Preisalarm
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  • Anwendungsgebiete

    Indikation

    • Prophylaxe (vorbeugende Dauerbehandlung) und Therapie von Blutungen bei
      • Hämophilie A (angeborener Faktor-VIII-Mangel)
      • allen Formen von erworbenem Faktor-VIII-Mangel
      • Hemmkörperhämophilie mit Faktor-VIII-Inhibitor
    • Hinweis:
      • Arzneimittel enthält keinen von Willebrand-Faktor in pharmazeutisch wirksamer Menge und ist daher nicht für die Behandlung des von Willebrand-Syndroms indiziert
    Art der Anwendung
    • Lösung langsam i.v. infundieren
    • empfohlene Injektionsgeschwindigkeit: 2 - 3 ml / Min.
    • Hinweise zur Rekonstitution des Arzneimittels vor der Anwendung siehe Fachinformation

    Gegenanzeigen

    Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil
    (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)
    Blutgerinnungsfaktor VIII (human) - invasiv

    Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff

    Vorsichtsmaßnahmen

    Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen, Wirkstoffprofil
    (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)
    Blutgerinnungsfaktor VIII (human) - invasiv

    • die Therapie soll unter der Aufsicht und Überwachung eines Arztes erfolgen, der mit der Therapie von Hämophilie vertraut und erfahren ist
    • Überempfindlichkeit
      • allergieartige Überempfindlichkeitsreaktionen sind möglich
      • das Produkt enthält Spuren anderer humaner Proteine außer Faktor VIII
      • falls Symptome einer Überempfindlichkeit auftreten, sollte den Patienten geraten werden, die Anwendung des Produkts sofort zu unterbrechen und ihren Arzt aufzusuchen
      • Patienten sollen über Frühzeichen von Überempfindlichkeitsreaktionen informiert werden, einschließlich quaddelartiger Hautausschlag, generalisierte Nesselsucht/Urtikaria, Engegefühl in der Brust, Stridor, Keuchen, Atemnot, Hypotonie und Anaphylaxie
      • bei Auftreten eines Schocks
        • sollen die aktuellen medizinischen Richtlinien zur Schockbehandlung beachtet werden
        • ist die medizinische Standardtherapie bei Schock durchzuführen
    • Inhibitoren
      • Bildung neutralisierender Antikörper (Inhibitoren) gegen Faktor VIII ist eine bekannte Komplikation bei der Behandlung von Patienten mit Hämophilie A
        • diese Inhibitoren sind stets gegen die prokoagulatorische Aktivität von Faktor VIII gerichtete IgG-Immunglobuline, die in Bethesda-Einheiten (B.E.) pro ml Plasma mittels eines modifizierten Assays quantifiziert werden
        • Risiko, Inhibitoren zu entwickeln, korreliert mit dem Schweregrad der Erkrankung sowie der Exposition gegenüber dem Faktor VIII, wobei dieses Risiko innerhalb der ersten 50 Expositionstage am größten ist, besteht aber lebenslang, obwohl es nur gelegentlich auftritt
      • klinische Relevanz der Inhibitorentwicklung ist abhängig vom Titer des Inhibitors, wobei niedrigtitrige Inhibitoren, die nur vorübergehend vorhanden sind oder dauerhaft niedrigtitrig bleiben, ein geringeres Risiko eines ungenügenden klinischen Ansprechens aufweisen als solche mit hohem Titer
      • ganz allgemein sollten alle Patienten, die mit Blutgerinnungsfaktor VIII behandelt wurden, sorgfältig mittels klinischer Befunde und mit geeigneten Labortests hinsichtlich der Entwicklung von Inhibitoren überwacht werden
        • wenn der erwartete Faktor-VIII-Spiegel nicht erreicht wird oder die Blutung nicht durch die Verabreichung einer geeigneten Dosis gestillt werden kann, sollte der Patient auf Faktor-VIII-Hemmkörper hin untersucht werden
      • bei Patienten mit hohen Inhibitorspiegeln kann die Faktor-VIII-Therapie unwirksam sein und es müssen andere Therapiemöglichkeiten in Betracht gezogen werden
        • Behandlung solcher Patienten sollte durch Ärzte erfolgen, die Erfahrung mit Hämophilie und mit Inhibitoren gegen Faktor VIII haben
    • Rückverfolgbarkeit
      • um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, sollten bei jeder Behandlung mit Faktor VIII der Handelsname und die Chargennummer des verabreichten Produktes klar dokumentiert werden
        • auf diese Weise ist eine Verbindung zwischen Patient und Produktcharge herstellbar
    • kardiovaskuläre Ereignisse
      • bei Patienten mit bestehenden kardiovaskulären Risikofaktoren kann eine Substitutionstherapie mit Faktor VIII das kardiovaskuläre Risiko erhöhen
    • Katheter-bezogene Komplikationen
      • wenn ein zentraler Venenkatheter (ZVK) erforderlich ist, sollte an das Risiko ZVK-assoziierter Komplikationen, einschließlich lokaler Infektionen, Bakteriämie und Katheter-assoziierten Thrombosen (Thrombosen im Bereich des Katheters) gedacht werden
    • Kinder und Jugendliche
      • die aufgeführten Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen gelten sowohl für Erwachsene als auch für Kinder
    • Virussicherheit / übertragbare Infektionserreger
      • Standardmethoden zur Vermeidung von Infektionskrankheiten, die im Rahmen der Anwendung von aus menschlichem Blut oder Plasma hergestellten Arzneimitteln auftreten können, umfassen
        • die Auswahl der Spender
        • die Prüfung individueller Spenden und der Plasmapools auf spezifische Marker für Infektionen
        • die Einbeziehung effektiver Herstellungsschritte zur Inaktivierung/Eliminierung von Viren
      • trotz dieser Maßnahmen kann die Möglichkeit der Übertragung von Erregern bei der Anwendung von aus menschlichem Blut oder Plasma hergestellten Arzneimitteln nicht vollständig ausgeschlossen werden
        • gilt auch für bisher unbekannte Viren und andere Pathogene
      • die getroffenen Maßnahmen werden als wirksam angesehen für
        • umhüllte Viren, wie z.B. das humane Immundefizienzvirus (HIV), das Hepatitis B-Virus (HBV) und das Hepatitis C-Virus (HCV)
        • für die nicht-umhüllten Viren Hepatitis A (HAV) und (begrenzt) Parvovirus B19
      • die ergriffenen Maßnahmen sind möglicherweise bei nicht umhüllten Viren wie Parvovirus B19 von begrenztem Wert
        • eine Parvovirus B19-Infektion kann schwere Erscheinungen bei schwangeren Frauen (fetale Infektion) und Patienten mit einer Immunschwäche oder verstärkter Erythropoese (z.B. bei hämolytischer Anämie) hervorrufen
      • Impfung
        • für Patienten, die regelmäßig Präparate aus menschlichem Blut oder Plasma einschließlich Faktor VIII Präparate erhalten, grundsätzlich eine Impfung gegen Hepatitis A und Hepatitis B empfohlen
      • Dokumentationspflicht gemäß Transfusionsgesetz beachten
    Schwangerschaftshinweise, Wirkstoffprofil
    (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)
    Blutgerinnungsfaktor VIII (human) - invasiv
    • Faktor VIII sollte nur nach eindeutiger Indikationsstellung während der Schwangerschaft angewendet werden
    • keine Erfahrungen zur Anwendung während der Schwangerschaft vorliegend, da Hämophilie A nur in seltenen Fällen bei Frauen auftritt
    • Reproduktionsstudien mit Faktor VIII am Tier wurden nicht durchgeführt
    • Fertilität
      • keine Daten vorliegend
    Stillzeithinweise, Wirkstoffprofil
    (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)
    Blutgerinnungsfaktor VIII (human) - invasiv
    • Faktor VIII sollte nur nach eindeutiger Indikationsstellung während der Stillzeit angewendet werden
    • keine Erfahrungen zur Anwendung während der Stillzeit vorliegend, da Hämophilie A nur in seltenen Fällen bei Frauen auftritt

    Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

    Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
    keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben
    geringfügig Concizumab / Faktor-VIII-, Faktor-IX-, Bypassing-Präparate

    Warnhinweise

    Die Anwendung in der Schwangerschaft darf oder sollte nicht erfolgen.Die Anwendung in der Stillzeit darf oder sollte nicht erfolgen.

    Dosierungsanleitung

    Dosierung

    Basiseinheit: 1 ml des rekonstituierten Präparats enthält ca. 50 I.E. Blutgerinnungsfaktor VIII, wenn es in 5 ml Wasser für Injektionszwecke (Ph.Eur.) aufgelöst wurde

    • Prophylaxe und Therapie von Blutungen bei Hämophilie A, allen Formen von erworbenem Faktor-VIII-Mangel und Hemmkörperhämophilie mit Faktor-VIII-Inhibitor
      • Behandlung anfänglich unter Überwachung eines Arztes, der mit Therapie der Hämophilie A vertraut ist
      • Dosierung und Dauer der Therapie
        • abhängig von
          • Schweregrad des Faktor-VIII-Mangels
          • Ort und Ausmaß der Blutung
          • klinischem Zustand des Patienten
      • Menge der verabreichten Faktor-VIII-Einheiten
        • in Internationalen Einheiten (I.E.) angegeben
          • bezogen auf aktuellen WHO Standard für Faktor-VIII-Präparate
      • Angabe der Faktor-VIII-Aktivität im Plasma
        • entweder als Prozentsatz
          • relativ zu normalem menschlichem Plasma
        • oder in Internationalen Einheiten
          • relativ zum Internationalen Standard für Faktor-VIII im Plasma
      • 1 Faktor-VIII-Einheit
        • entspricht Menge Faktor VIII, die sich in 1 ml humanem Normalplasma befindet
      • Dosierungsberechnung:
        • basiert auf Ergebnissen klinischer Studien
        • 1 Einheit (I.E.) Faktor VIII / kg Körpergewicht (KG)
          • erhöht Faktor-VIII-Spiegel im Mittel um ca. 2%
      • Berechnung der erforderlichen Dosis gemäß folgender Formel
        • KG (kg) x gewünschter Faktor-VIII-Anstieg (%) [I.E. / dl] x 0,5 = Anzahl Einheiten (Dosis)
      • Dosierung und Häufigkeit der Anwendung
        • stets klinischer Wirksamkeit im Einzelfall anpassen
      • bei folgenden Blutungsereignissen soll Faktor-VIII-Aktivität (in % der Norm) während des entsprechenden Zeitraums nicht unter angegebenen Wert abfallen:
      • Empfehlung für Dosierung bei Blutungsereignissen und chirurgischen Eingriffen
        • Blutungen
          • Gelenkblutungen im Frühstadium, Muskelblutungen, Blutungen im Mundbereich
            • benötigter Faktor-VIII-Plasma-Spiegel (%):
              • 20 - 40
            • Häufigkeit der Dosierung (Stunden) / Behandlungsdauer (Tage):
              • Anwendung alle 12 - 24 Stunden
              • mind. 1 Tag
              • bis Blutung sistiert bzw. Wundheilung erreicht ist
          • ausgeprägtere Gelenkblutungen, Muskelblutungen oder Hämatome
            • benötigter Faktor-VIII-Plasma-Spiegel (%):
              • 30 - 60
            • Häufigkeit der Dosierung (Stunden) / Behandlungsdauer (Tage):
              • Anwendung alle 12 - 24 Stunden
              • für 3 - 4 Tage oder länger wiederholen
              • bis Schmerzen und Beeinträchtigungen beseitigt sind
          • lebensbedrohliche Blutungen
            • benötigter Faktor-VIII-Plasma-Spiegel (%):
              • 60 - 100
            • Häufigkeit der Dosierung (Stunden) / Behandlungsdauer (Tage):
              • Anwendung alle 8 - 24 Stunden wiederholen
              • bis Bedrohung vorüber
        • chirurgische Eingriffe
          • kleinere Eingriffe einschließlich Zahnextraktionen
            • benötigter Faktor-VIII-Plasma-Spiegel (%):
              • 30 - 60
            • Häufigkeit der Dosierung (Stunden) / Behandlungsdauer (Tage):
              • Anwendung alle 24 Stunden
              • bis Wundheilung erreicht ist
          • größere Eingriffe
            • benötigter Faktor-VIII-Plasma-Spiegel (%):
              • 80 - 100
              • prä- und post-operativ
            • Häufigkeit der Dosierung (Stunden) / Behandlungsdauer (Tage):
              • Anwendung alle 8 - 24 Stunden wiederholen
              • bis ausreichende Wundheilung erreicht ist
              • dann für mind. weitere 7 Tage Faktor-VIII-Spiegel von 30 - 60% aufrechterhalten
      • Kontrolle von Anstieg und Aufrechterhaltung des Faktor-VIII-Spiegels
        • gerinnungsanalytische Überwachung dringend empfohlen
          • gilt besonders für Erhaltungsdosis nach erfolgtem chirurgischen Eingriff bis zum Abschluss der Wundheilung
          • chirurgische Eingriffe erfordern oben angegebene Faktor-VIII-Plasmaspiegel
      • zur Langzeitprophylaxe
        • bei schwerer Hämophilie A
          • Verabreichung von 20 - 40 I.E. / kg KG
            • im Abstand von 2 - 3 Tagen
          • individuelle Anpassung der Dosierung erforderlich
            • je nach klinischer Situation
      • Kinder < 6 Jahre
        • Dosierungsempfehlungen können übernommen werden (nach klin. Prüfung)
      • Patienten auf Entwicklung von Hemmkörpern gegen Faktor VIII überwachen
        • wenn erwartete Spiegel der Faktor-VIII-Aktivität im Plasma nicht erreicht werden, oder wenn Blutung nicht mit entsprechender Dosis beherrscht wird
          • Test zum Nachweis von Faktor-VIII-Hemmkörpern durchführen
      • Patienten mit hohen Hemmkörperspiegeln
        • Faktor-VIII-Behandlung kann unwirksam sein
        • andere Behandlungsmöglichkeiten erwägen
        • Betreuung nur durch Ärzte mit ausreichender Erfahrung in Behandlung von Hämophiliepatienten

    Nebenwirkungen

    Nebenwirkungen, Wirkstoffprofil
    (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)
    Blutgerinnungsfaktor VIII (human) - invasiv

    • Erkrankungen des Immunsystems
      • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
        • Überempfindlichkeitsreaktionen (allergische Reaktionen)
          • Angioödem
          • Brennen und Stechen an der Infusionsstelle
          • Schüttelfrost
          • Hautrötung mit Hitzegefühl
          • generalisierte Urtikaria
          • Kopfschmerzen
          • Nesselausschlag
          • Hypotonie
          • Lethargie
          • Übelkeit
          • Unruhe
          • Tachykardie
          • Engegefühl in der Brust
          • Zittern
          • Erbrechen
          • Stridor
        • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
          • schwere Anaphylaxie; einschließlich Schock (in manchen Fällen)
      • ohne Häufigkeitsangabe
        • Entwicklung neutralisierender Antikörper (Inhibitoren)
          • bei Auftreten solcher Inhibitoren kann sich dieser Zustand in einer unzureichenden klinischen Wirksamkeit manifestieren
          • in diesem Fall wird empfohlen, Kontakt mit einem auf Hämophilie spezialisierten Zentrum aufzunehmen
    • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • Faktor-VIII-Inhibition bei zuvor unbehandelten Patienten (PUPs)
          • die Häufigkeit basiert auf Studien mit allen FVIII-Produkten, wozu auch Patienten mit schwerer Hämophilie A gehörten
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • Faktor-VIII-Inhibition bei vorbehandelten Patienten (PTPs)
          • die Häufigkeit basiert auf Studien mit allen FVIII-Produkten, wozu auch Patienten mit schwerer Hämophilie A gehörten
    • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
      • ohne Häufigkeitsangabe
        • Erythem
        • Pruritus
        • Urtikaria
    • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
      • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
        • Fieber

  • Wirkstoff und weitere Bestandteile des Arzneimittels

    Stoffname Stoffmenge Stofftyp
    Blutgerinnungsfaktor VIII (human)250 IEWirkstoff
    Calcium chlorid+Hilfsstoff
    Glycin+Hilfsstoff
    Natrium chlorid+Hilfsstoff
    Natrium citrat+Hilfsstoff
    Wasser, für Injektionszwecke+Hilfsstoff
    Gesamt Natrium Ion23 mgZusatzangabe
    Gesamt Natrium Ionmmolk.A.

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