Tilidin-ratiopharm plus 100/8mg Retardtabletten

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Steckbrief : Tilidin-ratiopharm plus 100/8mg Retardtabletten

  • 04795870
  • Retard-Tabletten
  • 20 ST
  • ratiopharm GmbH

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  • Allgemeine Produktinformationen

    • Die Retardtabletten werden unabhängig von den Mahlzeiten unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen.
    • Die Retardtabletten dürfen nicht geteilt werden, da hierdurch die verzögerte Freisetzung der Wirkstoffe nicht mehr gewährleistet ist.
    • Nehmen Sie das Arzneimittel nach dem von Ihrem Arzt bestimmten festen Zeitschema (z. B. morgens um 8:00 Uhr und abends um 20:00 Uhr) ein.

    Anwendungsgebiete

    • Das Arzneimittel ist eine Kombination aus einem stark wirksamen Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide und einem Opioid-Antagonisten.
    • Es wird angewendet zur Behandlung starker und sehr starker Schmerzen.

    Indikation
    • Behandlung starker und sehr starker Schmerzen
    Art der Anwendung
    • Einnahme der Retardtabletten
      • unabhängig von der Mahlzeit
      • unzerkaut mit ausreichend Fluessigkeit
      • nach einem festen Zeitschema, immer zur gleichen Stunde morgens und abends (z. B. morgens 8.00 Uhr und abends 20.00 Uhr)

    Gegenanzeigen

    • Das Arzneimittel darf nicht eingenommen werden,
      • wenn Sie allergisch gegen Tilidinhydrochlorid, Naloxonhydrochlorid oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind,
      • bei Drogenabhängigkeit von Opiaten (Heroin, Morphin) oder Opioiden wegen der Gefahr unmittelbar auftretender Entzugserscheinungen.
      • von Kindern und Jugendlichen unter 14 Jahren, da bisher keine Erfahrungen vorliegen.
      • bei Porphyrie (einer Stoffwechselerkrankung).

    Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil
    (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)
    Tilidin und Naloxon - peroral
    • Überempfindlichkeit gegen Tilidin oder Naloxon
    • Abhängigkeit von Opiaten (Heroin, Morphin) oder Opioiden wegen Gefahr einer akuten Entzugssymptomatik
    • sollte nicht eingenommen werden bei
      • anderen Abhängigkeitserkrankungen
      • Patienten mit Porphyrie
    • Kinder und Jugendliche (< 18 Jahre)
      • altersabhängige Kontraindikation möglich (siehe jeweilige Herstellerinformation)
    • bei ausgeprägter Leberinsuffizienz (z.B. hochgradiger Leberzirrhose) kann es durch eine verringerte hepatische Metabolisierung von Tilidin bzw. Naloxon zu einem Wirkungsverlust kommen

    Vorsichtsmaßnahmen

    • Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
      • Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie dieses Arzneimittel einnehmen.
      • Die Anwendung von Opioiden kann dosisabhängig das Risiko für Atembeschwerden (Atemdepression) einschließlich Atemaussetzern im Schlaf, die zu einer Verringerung des Sauerstoffgehalts im Blut führen, erhöhen. Sollten Sie Symptome wie lautes, unregelmäßiges Schnarchen, nächtliches Schwitzen, ein nicht erholsamer Schlaf, Tagesmüdigkeit, Kopfschmerzen, verminderte Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, Depression, sexuelle Funktionsstörung, Libidooder Potenzstörung bei sich bemerken, sprechen Sie umgehend mit Ihrem Arzt. Er wird kontrolliert die Dosierung verringern.
      • Bei gleichzeitiger Anwendung dieses Präparates mit Arzneimitteln, die den Botenstoff Serotonin im Körper beeinflussen, dürfen Sie dieses Präparat nur mit besonderer Vorsicht einnehmen, da es in diesen Fällen zur Entwicklung eines potentiellen Serotonin-Syndroms kommen kann. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt.
      • Sollten Sie Symptome eines Serotonin-Syndroms, wie z. B. Änderungen des mentalen Zustandes (z. B. Unruhe, Halluzinationen, Koma), autonome Instabilität (z. B. erhöhte Herzfrequenz, instabiler Blutdruck, überhöhte Temperatur), neuromuskuläre Anomalien (z. B. gesteigerte Reflexbereitschaft, Koordinationsstörungen, Steifigkeit) und/ oder Symptome des Magen-Darm-Trakts (z. B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall), bei sich bemerken, sprechen Sie umgehend mit Ihrem Arzt.
      • Bei längerfristiger Einnahme kann es zu einer Gewöhnung (Toleranzentwicklung) kommen. Das bedeutet, dass Sie möglicherweise für die erwünschte schmerzlindernde Wirkung eine
        höhere Dosis benötigen. Die längerfristige Einnahme kann außerdem zu körperlicher Abhängigkeit führen. Bei abrupter Beendigung der Therapie können Entzugssymptome wie Unruhe, Schweißausbrüche und Muskelschmerzen auftreten. Wenn Sie die Therapie nicht mehr benötigen, sollten Sie die Tagesdosis nach Rücksprache mit Ihrem Arzt allmählich
        reduzieren.
      • Außerdem ist die Entwicklung einer psychischen Abhängigkeit möglich.
      • Bei anderen Abhängigkeitserkrankungen (z. B. bei Arzneimittel- oder Alkoholabhängigkeit) dürfen Sie das Arzneimittel nur mit besonderer Vorsicht einnehmen. Befragen Sie hierzu bitte Ihren Arzt. Dies gilt auch, wenn Sie früher einmal an einer Abhängigkeitserkrankung litten.
      • Bei ausgeprägter Leberfunktionsstörung (z. B. hochgradiger Leberzirrhose) kann es zu einem Wirkungsverlust dieses Arzneimittels kommen. Sprechen Sie in diesem Fall mit Ihrem Arzt.
    • Warnung vor missbräuchlicher Anwendung
      • Vor jedem Missbrauch des Arzneimittels durch Drogenabhängige wird dringend gewarnt!
      • Bei Opiatabhängigen, die als Ersatz für Opiate wie Morphin oder Heroin dieses Präparat in hohen Einnahmemengen missbräuchlich einnehmen, löst dieses Präparat akute Entzugserscheinungen (Ängstlichkeit, Unruhe, Zittern, Schwitzen) aus oder verstärkt bereits bestehende Entzugserscheinungen.
    • Das Arzneimittel ist nicht zur Entzugsbehandlung geeignet!
      • Im Zusammenhang mit der Einnahme von Opioiden wurden Fälle von Nebennierenrindeninsuffizienz berichtet. Sollten Sie unspezifische Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Schwäche, Schwindel und niedrigen Blutdruck bei sich feststellen, sprechen Sie umgehend mit Ihrem Arzt.
      • Die chronische Einnahme von Opioiden kann die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse dahingehend beeinflussen, dass es zu einem Mangel männlicher Hormone kommen kann, der sich in Form folgender Symptome äußern kann: geringe Libido, Impotenz, Erektionsstörungen, Ausbleiben der Regelblutung oder Unfruchtbarkeit. Sollten Sie solche Symptome bei sich bemerken, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt. Ihr Arzt wird dann einige Laboruntersuchungen bei Ihnen durchführen.

     

    • Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
      • Das Arzneimittel kann Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen beeinträchtigen. Sie können dann auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell genug und gezielt reagieren. Fahren Sie nicht Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge oder Maschinen! Arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt!
      • Eine verstärkte Beeinträchtigung ist insbesondere bei Behandlungsbeginn, Dosiserhöhung, Präparatewechsel sowie im Zusammenwirken mit Alkohol oder der Einnahme von Beruhigungsmitteln zu erwarten.
      • Sie dürfen die oben genannten Tätigkeiten nur dann ausüben, wenn es Ihnen Ihr Arzt ausdrücklich gestattet hat. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob und unter welchen Voraussetzungen Sie z. B. Auto fahren dürfen.

    Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen, Wirkstoffprofil
    (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)
    Tilidin und Naloxon - peroral
    • Atemdepression, zentrale Schlafapnoe
      • Anwendung von Opioiden erhöht dosisabhängig das Risiko einer Atemdepression einschließlich zentraler Schlafapnoe (central sleep apnoea. CSA) und Hypoxämie während des Schlafs
      • bei Patienten, die mit Atemdepression, einschließlich CSA, vorstellig werden, Dosisreduktion der Opioide unter Einsatz bewährter Ausschleichverfahren in Erwägung ziehen
    • Risiken einer gleichzeitigen Anwendung von sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel
      • gleichzeitige Anwendung mit sedierenden Arzneimitteln wie Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel, sowie auch Alkohol, kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen
        • aufgrund dieser Risiken gleichzeitige Verschreibung mit diesen sedierenden Arzneimitteln nur bei den Patienten angebracht, für die es keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten gibt
        • wenn dennoch eine gleichzeitige Verschreibung zusammen mit Sedativa für notwendig erachtet wird, sollte die niedrigste wirksame Dosis verwendet werden, und die Behandlungsdauer sollte so kurz wie möglich sein
      • Patienten sollten engmaschig auf Anzeichen und Symptome von Atemdepression und Sedierung überwacht werden
        • in diesem Zusammenhang dringend empfohlen, Patienten und ihre Bezugspersonen über diese Symptome zu informieren
    • Vorsicht bei gleichzeitiger Anwendung mit Arzneimitteln, die das serotonerge Neurotransmittersystem beeinflussen
      • gleichzeitige Anwendung von serotonergen Arzneimitteln kann zur Entwicklung eines potentiellen Serotonin-Syndroms führen
        • kann innerhalb der empfohlenen Dosierung auftreten
      • im Rahmen eines Serotonin-Syndroms können folgende Symptome auftreten
        • Änderungen des mentalen Zustandes (z.B. Unruhe, Halluzinationen, Koma)
        • autonome Instabilität (z.B. Tachykardie, instabiler Blutdruck, Hyperthermie)
        • neuromuskuläre Anomalien (z.B. Hyperreflexie, Koordinationsstörungen, Steifigkeit)
        • und / oder gastrointestinale Symptome (z.B. Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe)
      • wenn ein Serotonin-Syndrom vermutet wird, Absetzen von Tilidin/Naloxon erwägen
    • Abhängigkeit, Toleranz, Entzugssymptome
      • bei längerfristiger Anwendung kann es zur Entwicklung einer Toleranz gegenüber dem Arzneimittel kommen, so dass eine höhere Dosierung zum Erzielen des erwünschten Effektes erforderlich sein kann
      • chronische Anwendung kann zu physischer Abhängigkeit führen
      • bei abrupter Beendigung der Therapie können Entzugssymptome auftreten
        • falls die Therapie nicht länger erforderlich ist, kann es deshalb ratsam sein, die Tagesdosis allmählich zu reduzieren, um das Auftreten von Entzugssymptomen zu vermeiden
      • psychische Abhängigkeit
        • nach Gabe opioidhaltiger Analgetika wie Tilidin/Naloxon kann sich eine psychische Abhängigkeit (Arzneimittelsucht) entwickeln
    • grundsätzlich Gefahr der missbräuchlichen Verwendung bei Arzneimitteln mit Wirkung auf das ZNS
      • vor Verschreibung von Tilidin/Naloxon an Patienten, die bereits von einem Pharmakon abhängig sind oder es waren oder die zu Arzneimittelmissbrauch neigen, sollte deshalb die Indikationsstellung sorgfältig geprüft und die Verabreichung von Tilidin/Naloxon gewissenhaft überwacht werden
    • Missbrauch
      • Warnung vor jedem Missbrauch von Tilidin/Naloxon durch Drogenabhängige
    • Entzugserscheinungen bei Opiatabhängigen
      • bei Opiatabhängigen, die als Ersatz für Opiate wie Morphin oder Heroin Tilidin in hoher Dosis missbräuchlich einnehmen, löst das Arzneimittel akute Entzugserscheinungen (Ängstlichkeit, Agitiertheit, Zittern, Schwitzen) aus oder verstärkt bereits bestehende Entzugserscheinungen
      • Arzneimittel nicht zur Entzugsbehandlung geeignet
    • Nebennierenrindeninsuffizienz
      • im Zusammenhang mit der Einnahme von Opioiden Fälle von Nebennierenrindeninsuffizienz berichtet
      • Manifestation einer Nebennierenrindeninsuffizienz kann mit unspezifischen Symptomen einhergehen wie
        • Übelkeit
        • Erbrechen
        • Anorexie
        • Müdigkeit
        • Schwäche
        • Schwindel
        • niedrigem Blutdruck
      • Wechsel zu einem anderen Opioid kann in Betracht gezogen werden, da auch Fälle berichtet wurden, in denen die Gabe eines anderen Opioids zu keinem erneuten Auftreten einer Nebennierenrindeninsuffizienz führte
      • basierend auf den verfügbaren Informationen kein Hinweis darauf, dass bestimmte Opioide mit einer höheren Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Nebennierenrindeninsuffizienz assoziiert sind als andere
    • Beeinflussung der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse
      • chronische Einnahme von Opioiden kann die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse dahin gehend beeinflussen, dass es zu Androgenmangel kommen kann, der sich als geringe Libido, Impotenz, erektile Dysfunktion, Amenorrhoe oder Unfruchtbarkeit manifestieren kann
      • Patienten, die Symptome eines Androgenmangels aufweisen, sollten Laboruntersuchungen unterzogen werden
    • Umstellung der Therapie auf Tilidin/Naloxon bei Patienten, die bereits Opioide in therapeutischer Dosierung erhalten
      • erfordert für die empfohlenen Dosierungen keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen hinsichtlich des Naloxon-Anteils
    Schwangerschaftshinweise, Wirkstoffprofil
    (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)
    Tilidin und Naloxon - peroral
    • Tilidin/Naloxon darf während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der Nutzen der Behandlung überwiegt aufgrund des klinischen Zustands der Mutter die potenziellen Risiken für den Fetus
    • bisher nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Tilidin/Naloxon bei Schwangeren vorliegend
    • tierexperimentelle Studien
      • ergaben keine Hinweise auf gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf eine Reproduktionstoxizität
    • Fertilität
      • keine Daten zu den Wirkungen von Tilidin/Naloxon auf die menschliche Fertilität vorliegend
      • tierexperimentelle Studien
        • ergaben keine Hinweise auf gesundheitsschädliche Wirkungen in Bezug auf die männliche und weibliche Fertilität
    Stillzeithinweise, Wirkstoffprofil
    (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)
    Tilidin und Naloxon - peroral
    • Stillen soll während der Behandlung mit Tilidin/Naloxon unterbrochen werden
    • Tilidin
      • nachgewiesen, dass Tilidin in die Muttermilch übergeht

    Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

    • Einnahme zusammen mit anderen Arzneimitteln
      • Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.
      • Die gleichzeitige Anwendung dieses Arzneimittels und Beruhigungsmitteln wie Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel (z. B. Schlafmittel, angstlösende Mittel, Mittel zur Muskelentspannung, Narkosemittel, Mittel zur Behandlung von Psychosen, bestimmte Schmerz-, Husten- oder Substitutionsmittel [Opioide]) und Alkohol erhöht das Risiko für Schläfrigkeit, Atembeschwerden (Atemdepression), Koma und kann lebensbedrohlich sein. Aus diesem Grund sollte die gleichzeitige Anwendung nur in Betracht gezogen werden, wenn es keine anderen Behandlungsmöglichkeiten gibt.
      • Wenn Ihr Arzt jedoch dieses Präparat zusammen mit sedierenden Arzneimitteln verschreibt, sollten die Dosis und die Dauer der begleitenden Behandlung von Ihrem Arzt begrenzt werden.
      • Bitte informieren Sie Ihren Arzt über alle sedierenden Arzneimittel, die Sie einnehmen und halten Sie sich genau an die Dosierungsempfehlung Ihres Arztes. Es könnte hilfreich sein, Freunde oder Verwandte darüber zu informieren, bei Ihnen auf die oben genannten Anzeichen und Symptome zu achten. Kontaktieren Sie Ihren Arzt, wenn solche Symptome bei Ihnen auftreten.
      • Dieses Arzneimittel soll nicht mit anderen Schmerzmitteln eingenommen werden, die in gleicher Art wie Tilidin wirken (Opioide), da die Wechselwirkungen durch gegenseitige Beeinflussung nicht abgeschätzt werden können.
      • Die gleichzeitige Einnahme mit Voriconazol (gegen Pilzerkrankungen) kann zu einer Verstärkung der Wirkungen und Nebenwirkungen dieses Arzneimittels führen.
      • In Einzelfällen wurde bei Patienten, die Tilidin/Naloxon erhielten und unter Dauerbehandlung mit Phenprocoumon (blutgerinnungshemmendes Arzneimittel) standen, ein Abfall des Quick-Werts beobachtet.
      • Deshalb sollten die Kontrollen des Quick-Werts in der Anfangszeit und bei Beendigung der Behandlung mit diesem Arzneimittel engmaschig erfolgen, um, wenn nötig, die Dosierung von Phenprocoumon entsprechend anpassen zu können.
    • Einnahme zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol
      • Bei gleichzeitiger Einnahme dieses Arzneimittels und Alkohol kommt es zu einer gegenseitigen Verstärkung und Verlängerung der Wirkungen auf das Zentralnervensystem.

    Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
    keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben
    schwerwiegend Opioide / MAO-Hemmer
    Opioid-Agonisten, reine / Buprenorphin
    Opioid-Agonisten / Nalmefen
    Opioide / Naltrexon
    Opioid-Agonisten / Nalbufin
    mittelschwer Opioide / Ethanol
    Vitamin-K-Antagonisten / Opioide
    Opioide / Grapefruit
    Opioide, CYP3A4-Substrate / Reverse-Transkriptase-Hemmer, nicht-nukleosidische
    Opioide / Cimetidin
    Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer / Opioide
    Opioide / Benzodiazepine
    Opioide / H1-Antihistaminika, sedierende
    Antidepressiva, tri- und tetrazyklische / Opioide
    Dexmedetomidin / Opioide
    Opioide / Antiepileptika
    Opioide / Neuroleptika
    Opioide / Gabapentinoide
    Cannabinoide / Opioide
    Opioide / Sarilumab
    Opioide / Antitussiva, opioide
    Hypnotika, Benzodiazepin-ähnlich / Opioide
    P2Y12-Hemmer / Opioide
    Opioide / Ketamin
    Daridorexant / Opioide
    Opioide / Antiemetika
    Opioide / Atomoxetin
    Buspiron / Opioide
    Opioide / Antihypertonika, zentral wirkende
    Opioide, CYP3A4-Substrate / CYP3A4-Induktoren, starke
    Opioide, CYP3A4-Substrate / CYP3A4-Inhibitoren, starke
    Barbiturate / Opioide
    geringfügig Anästhetika, Barbiturate / Opioide
    Opioide / UGT2B7-Inhibitoren
    Opioide / UGT-Induktoren
    Opioide / Tizanidin
    Muskelrelaxanzien, zentrale / Opioide
    Opioide / Teduglutid
    Difelikefalin / Opioide
    Opioide / Amphetamin und Derivate
    Thalidomid / Stoffe, sedierende
    unbedeutend Opioide / Naloxon
    Opioide / Naloxon

    Warnhinweise

    • Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
    • Schwangerschaft
      • Das Arzneimittel sollte während der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach strengster Nutzen-RisikoAbschätzung gegeben werden, da keine Erfahrungen am Menschen vorliegen.
    • Stillzeit
      • Ist in der Stillzeit eine Behandlung unbedingt erforderlich, sollte nicht gestillt werden.
    • Fortpflanzungsfähigkeit
      • Es liegen keine Erfahrungen zu den Wirkungen des Arzneimittels auf die Fortpflanzungsfähigkeit vor.

    Ausschleichend dosieren.
    Mit Flüssigkeit einnehmen.Die Anwendung in der Schwangerschaft darf oder sollte nicht erfolgen.Die Anwendung in der Stillzeit darf oder sollte nicht erfolgen.

    Dosierungsanleitung

    • Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.
    • Das Arzneimittel eignet sich besonders zur Behandlung chronischer Schmerzen. Die erforderliche Dosis und das Einnahmeintervall werden vom Arzt für jeden Patienten individuell ermittelt.
    • Die Tagesdosis des Arzneimittels kann, je nach Schmerzstärke und individuellem Ansprechen auf die Behandlung, zwischen 100 mg und maximal 600 mg (bezogen auf Tilidinhydrochlorid) liegen.
    • Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis:
      • Die übliche Anfangsdosierung des Arzneimittels beträgt zweimal täglich 100 mg. Dabei sollte ein zeitlicher Abstand von 12 Stunden zwischen den Einnahmen eingehalten werden.
      • Falls Sie bisher kein Opioid eingenommen haben, wird Ihr Arzt ggf. die Anfangsdosis des Präparats auf zweimal täglich 50 mg verringern.
      • Ist die Schmerzbehandlung mit zweimal täglich 100 mg Tilidinhydrochlorid nicht ausreichend, wird Ihr Arzt die Dosierung des Arzneimittels stufenweise bis zu einer Dosis erhöhen, die eine ausreichende Schmerzkontrolle bei tolerierbaren Nebenwirkungen erzielt.
      • Das Präparat eignet sich für eine Tagesdosis von 100 mg bis 200 mg (bezogen auf Tilidinhydrochlorid).
      • Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren nehmen zweimal täglich 1 bis 2 Retardtabletten (entsprechend 100 mg bzw. 200 mg Tilidinhydrochlorid) ein.
      • Werden andere Dosierungen benötigt, stehen dafür weitere Stärken zur Verfügung. Alle Retardtabletten-Stärken können bei Bedarf miteinander kombiniert werden.
    • Hinweis
      • Die hier empfohlenen Dosierungen sind Richtwerte. Im Einzelfall können zur Behandlung sehr starker Schmerzen eine Überschreitung der Maximaldosis und die Verkürzung des Einnahmeintervalls notwendig werden.
    • Dosierung bei eingeschränkter Nierenfunktion
      • Eine Nierenfunktionseinschränkung erfordert keine Dosisänderung.
    • Dosierung bei älteren Patienten
      • Eine Dosisanpassung ist bei älteren Patienten nicht erforderlich.

     

    • Dauer der Anwendung
      • Die Dauer der Einnahme wird von Ihrem behandelnden Arzt festgelegt.
      • Grundsätzlich sollte die kleinste schmerzlindernde Einnahmemenge gewählt werden.
      • Erfahrungen in der Langzeittherapie sind in einigen Fällen für einen Zeitraum von mehr als 2 Jahren dokumentiert.
      • Nach längerer Einnahme soll das Präparat nicht abrupt abgesetzt werden. Die Dosisverringerung soll nach Anweisung Ihres Arztes schrittweise erfolgen.
      • Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung des Arzneimittels zu stark oder zu schwach ist.

     

    • Wenn Sie eine größere Menge eingenommen haben, als Sie sollten
      • Wenn Sie versehentlich eine Einzeldosis doppelt einnehmen, kann dies verstärkt zu den unter Nebenwirkungen beschriebenen Erscheinungen führen.
      • Nach Einnahme erheblich zu hoher Arzneimengen kommt es zu Schwindelgefühl, Benommenheit, Übelkeit, Erbrechen, Ataxie (Störung im geordneten Bewegungsablauf), Bewegungsdrang und gesteigerten Reflexen.
      • Bei sehr starker Überdosierung kann eine Verminderung der Atmung auftreten.
      • Rufen Sie bei Auftreten dieser Krankheitszeichen den nächst erreichbaren Arzt zu Hilfe!
      •  

     

    • Wenn Sie die Einnahme vergessen haben
      • Wenn Sie eine geringere Dosis als vorgesehen eingenommen oder die Einnahme ganz vergessen haben, so führt dies zu einer mangelhaften bzw. fehlenden Schmerzlinderung. Sie können die Retardtabletten-Einnahme nachholen, wenn die nächste reguläre Einnahme in mehr als 8 Stunden vorgesehen war. Anschließend können Sie den bisherigen Einnahmeplan beibehalten.
      • Ist der Zeitraum bis zur nächsten Einnahme kürzer als 8 Stunden, nehmen Sie die Retardtablette auch, aber der Einnahmeplan verschiebt sich jetzt. Bitte sprechen Sie über das weitere Vorgehen mit Ihrem Arzt.
      • Grundsätzlich sollten Sie das Arzneimittel nicht häufiger als alle 8 Stunden einnehmen.

     

    • Wenn Sie die Einnahme abbrechen
      • Unterbrechen Sie die Behandlung nicht ohne vorherige Rücksprache mit Ihrem Arzt.
      • Bei unangenehmen Nebenwirkungen wird Ihr Arzt mit Ihnen besprechen, welche Gegenmaßnahmen es hierfür gibt und ob andere Arzneimittel für die Behandlung infrage kommen.

     

    • Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

    Dosierung
    • Starke und sehr starke Schmerzen
      • Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren
        • individuell dosieren
        • initial: 100 mg Tilidinhydrochlorid, retardiert 2mal / Tag im Intervall von 12 Stunden
        • opioidnaive Patienten:
          • initial: 50 mg Tilidinhydrochlorid, retardiert 2mal / Tag evtl. ausreichend
        • Dosiserhöhung, optional, stufenweise bis zur individuellen Erhaltungsdosis
        • Erhaltungsdosis: 100 - max. 600 mg Tilidinhydrochlorid, retardiert
        • im Einzelfall Überschreitung der Maximaldosis und Verkürzung des Einnahmeintervall erforderlich
        • Ziel: adäquate Schmerzkontrolle bei tolerierbaren Nebenwirkungen
        • Anwendungsdauer:
          • dokumentierte Erfahrungen bei Langzeittherapie > 2 Jahre
          • nach längerer Anwendung schrittweises Absetzen (z. B. 50 % Dosisreduktion / Woche)

    Dosisanpassung

    • eingeschränkte Nierenfunktion
      • keine Dosisänderung erforderlich
    • ältere Patienten
      • keine Dosisanpassung erforderlich

    Nebenwirkungen

    • Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
    • Sehr häufig (kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):
      • Zu Behandlungsbeginn können sehr häufig Übelkeit und Erbrechen auftreten, die bei weiterer Behandlung nur noch häufig bis gelegentlich oder selten vorkommen.
    • Häufig (kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen):
      • Schwindel, Benommenheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Nervosität, Durchfall, Bauchschmerzen, vermehrtes Schwitzen
    • Gelegentlich (kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):
      • Schlafsucht
    • Häufigkeit nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar):
      • Halluzinationen, Verwirrtheitszustand, euphorische Stimmung, Zittern, gesteigerte Reflexbereitschaft, Muskelzuckungen, Arzneimittelabhängigkeit, Arzneimittelentzugssyndrom
    • Um Erscheinungen dieser Art entgegenzuwirken, wird empfohlen, dass Sie sich - wie es bei starken Schmerzen üblich ist - keiner körperlichen Belastung unterziehen und sich bei Auftreten von Schwindelgefühl hinlegen.
    • Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die angegeben sind.

    Nebenwirkungen, Wirkstoffprofil
    (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)
    Tilidin und Naloxon - peroral
    • Psychiatrische Erkrankungen
      • ohne Häufigkeitsangabe
        • Arzneimittelabhängigkeit
        • Arzneimittelentzugssyndrom
    • Erkrankungen des Nervensystems
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Schwindel
        • Benommenheit
        • Müdigkeit
        • Kopfschmerzen
        • Nervosität
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • Somnolenz
      • ohne Häufigkeitsangabe
        • Halluzinationen
        • Verwirrtheitszustand
        • euphorische Stimmung
        • Tremor
        • Hyperreflexie
        • Klonus
    • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • Übelkeit und Erbrechen zu Behandlungsbeginn, die bei weiterer Behandlung nur noch häufig bis gelegentlich oder selten vorkommen
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Diarrhö
        • Abdominalschmerz
    • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • vermehrtes Schwitzen
    • Hinweis
      • um Erscheinungen dieser Art entgegenzuwirken, empfohlen, dass sich der Patient - wie es bei starken Schmerzen üblich ist - keiner körperlichen Belastung unterzieht und sich bei Auftreten von Schwindelgefühlen hinlegt

  • Wirkstoff und weitere Bestandteile des Arzneimittels

    Stoffname Stoffmenge Stofftyp
    Naloxon hydrochlorid 2-Wasser8.8 mgWirkstoff
    Naloxon7.2 mgk.A.
    Naloxon hydrochlorid8 mgk.A.
    Tilidin hydrochlorid 0,5-Wasser102.91 mgWirkstoff
    Tilidin88.24 mgk.A.
    Tilidin hydrochlorid100 mgk.A.
    Cellulose, mikrokristallin+Hilfsstoff
    Hypromellose+Hilfsstoff
    Macrogol 400+Hilfsstoff
    Magnesium stearat+Hilfsstoff
    Silicium dioxid, hochdispers+Hilfsstoff
    Titan dioxid+Hilfsstoff

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