Nitrendipin Aristo 20 mg Filmtabletten

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Steckbrief : Nitrendipin Aristo 20 mg Filmtabletten

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  • Anwendungsgebiete

    Indikation

    • Essentielle Hypertonie
    Art der Anwendung
    • Einnahme der Tabletten
      • unzerkaut mit etwas Flüssigkeit nach der Mahlzeit
      • nicht zusammen mit Grapefruit-Saft (Hemmung des oxidativen Abbaus von Nitrendipin mit höherer Plasmakonzentration und evtl. verstärkter Blutdrucksenkung)

    Gegenanzeigen

    Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil
    (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)
    Nitrendipin - peroral

    • Überempfindlichkeit gegen Nitrendipin andere Calciumantagonisten vom 1,4-Dihydropyridintyp
    • instabile Angina pectoris
    • akuter Myokardinfarkt (innerhalb der ersten 4 Wochen)
    • gleichzeitige Einnahme von Rifampicin
      • zu erwarten, dass Rifampicin den Metabolismus von Nitrendipin in Folge einer Enzyminduktion beschleunigt und dass somit keine wirksamen Nitrendipin-Plasmaspiegel erreicht werden
    • Schwangerschaft
    • Stillzeit
    • zusätzliche Kontraindikationen bei Anwendung zur Behandlung des hypertensiven Notfalls
      • Herz-Kreislauf-Schock
      • dekompensierte Herzinsuffizienz
      • höhergradige Aortenstenose
        • pathophysiologisch ist das Auftreten eines hypertensiven Notfalls bei Patienten mit höhergradiger Aortenstenose nicht zu erwarten

    Vorsichtsmaßnahmen

    Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen, Wirkstoffprofil
    (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)
    Nitrendipin - peroral

    • dekompensierte Herzinsuffizienz
      • besonders sorgfältige ärztliche Überwachung erforderlich bei Patienten mit dekompensierter Herzinsuffizienz
    • hypertensiver Notfall
      • Behandlung des hypertensiven Notfalls bedarf der ärztlichen Kontrolle
    • Leberfunktionsstörungen
      • bei Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung kann Wirkung von Nitrendipin verstärkt oder verlängert sein
      • Behandlung muss daher mit der niedrigsten Dosis begonnen werden (10 mg Nitrendipin / Tag), und der Behandlungsverlauf muss unter häufiger Blutdruckkontrolle sorgfältig überwacht werden
        • sollte dennoch der Blutdruck zu stark absinken, ggf. Präparatewechsel erforderlich
    • Angina pectoris
      • gelegentlich kann es, insbesondere zu Beginn der Behandlung, zum Auftreten von Angina pectoris-Anfällen bzw. bei Patienten mit bestehender Angina pectoris zu einer Zunahme von Häufigkeit, Dauer und Schweregrad der Anfälle kommen
      • vereinzelt Auftreten eines Herzinfarktes beschrieben
    • CYP 3A4-System
      • Nitrendipin wird über das Cytochrom P450 3A4-System metabolisiert
      • Arzneimittel, die dieses Enzymsystem inhibieren oder induzieren, können den First-Pass-Metabolismus oder die Ausscheidung von Nitrendipin verändern
      • Plasmaspiegel von Nitrendipin können z.B. durch folgende Arzneimittel, die als Inhibitoren des Cytochrom P450 3A4-Enzymsystems bekannt sind, erhöht werden:
        • Makrolid-Antibiotika (z.B. Erythromycin)
        • Anti-HIV-Proteaseinhibitoren (z.B. Ritonavir)
        • Antimykotika vom Azol-Typ (z.B. Ketoconazol)
        • Antidepressiva Nefazodon und Fluoxetin
        • Quinupristin/Dalfopristin
        • Valproinsäure
        • Cimetidin und Ranitidin
      • wenn Nitrendipin mit einem dieser Arzneimittel angewendet wird, sollte der Blutdruck überwacht werden und, falls erforderlich, Verringerung der Nitrendipin-Dosis in Betracht gezogen werden
    • Nitrendipin ist lichtempfindlich (Arzneimittel vor Licht schützen)
    • Kinder und Jugendliche
      • keine ausreichenden Erfahrungen über die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen
    Schwangerschaftshinweise, Wirkstoffprofil
    (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)
    Nitrendipin - peroral
    • kontraindiziert während der Schwangerschaft
    • keine hinreichenden Daten für die Verwendung von Nitrendipin bei Schwangeren
    • tierexperimentelle Studien
      • haben Reproduktionstoxizität gezeigt und Studien mit maternaltoxischen Dosierungen haben Hinweise auf Fruchtschädigungen ergeben
    • Erfahrungen beim Menschen liegen nicht vor
    • Fertilität
      • in Einzelfällen von In-vitro-Fertilisation wurden Calciumantagonisten mit reversiblen biochemischen Veränderungen in der Kopfregion von Spermatozoen in Verbindung gebracht, die zu einer Beeinträchtigung der Spermienfunktion führen könnten
      • in Fällen, bei denen Männer bei der Zeugung eines Kindes durch In-vitro -Fertilisation wiederholt erfolglos blieben und wo keine andere Erklärung dafür gefunden werden kann, sollten Calciumantagonisten als mögliche Ursache in Betracht gezogen werden
      • sollte die Zeugungsfähigkeit bei einer geplanten Schwangerschaft beeinträchtigt sein, ist ggf. ein Präparatewechsel erforderlich
    Stillzeithinweise, Wirkstoffprofil
    (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)
    Nitrendipin - peroral
    • kontraindiziert in der Stillzeit
    • Nitrendipin geht in geringen Mengen in die Muttermilch über
    • da keine Erfahrungen über mögliche Auswirkungen auf den Säugling vorliegen, muss abgestillt werden, wenn während der Stillzeit eine Behandlung mit Nitrendipin notwendig ist

    Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

    Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
    keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben
    schwerwiegend Calcium-Antagonisten, Dihydropyridine / Rifamycine
    Calcium-Antagonisten / Dantrolen
    Calcium-Antagonisten / Azol-Antimykotika
    Calcium-Antagonisten / Grapefruit
    CYP3A-Substrate / Lonafarnib
    mittelschwer Digitalis-Glykoside / Calcium-Antagonisten
    Calcium-Antagonisten, Dihydropyridine / Carbamazepin
    Magnesium sulfat / Calcium-Antagonisten
    Calcium-Antagonisten / Johanniskraut
    Calcium-Antagonisten / HIV-Protease-Inhibitoren
    Calcium-Antagonisten, Dihydropyridine / Barbiturate
    Calcium-Antagonisten / Imatinib
    Calcium-Antagonisten / Makrolid-Antibiotika
    Calcium-Antagonisten / Cobicistat
    CYP3A4-Substrate, diverse / Enzalutamid
    CYP3A4-Substrate, diverse / Dabrafenib
    Calcium-Antagonisten / Idelalisib
    CYP3A4-Substrate, diverse / Lumacaftor
    Ciclosporin / Calcium-Antagonisten
    Glucose, diagnostische Zwecke / Wirkstoffe, den Test beeinflussende
    CYP3A4-Substrate / Avacopan
    CYP3A4-Substrate / Belzutifan
    Temsirolimus / Calcium-Antagonisten
    geringfügig Calcium-Antagonisten, Dihydropyridine / Oxcarbazepin
    Alpha-Adrenozeptor-Antagonisten / Calcium-Antagonisten, Dihydropyridine
    Daclatasvir / Calcium-Antagonisten
    CYP3A4-Substrate, diverse / Ledipasvir
    Calcium-Antagonisten / Muskelrelaxanzien, zentrale
    Guanfacin / Antihypertonika
    Amifostin / Calcium-Antagonisten
    Calcium-Antagonisten / Nitrate
    CYP3A4-Substrate, diverse / Sarilumab
    CYP3A4-, OATP1B1-, OATP1B3-Substrate / Remdesivir
    CYP3A-Substrate / Ritlecitinib
    CYP3A4-Substrate / Maralixibat
    CYP3A4-Substrate / Omaveloxolon
    Antihypertonika / Opioide
    CYP3A4-Substrate / Dexamethason
    CYP3A4-Substrate / Vadadustat
    CYP3A4-Substrate / Iptacopan
    CYP3A4-Substrate / Sparsentan
    CYP2C9-, CYP2C19-, CYP2D6- und CYP3A4/5-Substrate / Sirolimus, extern
    Antihypertonika / Levodopa
    CYP3A4-, CYP1A2-, CYP2C-Substrate / Meropenem und Vaborbactam
    Calcium-Antagonisten / Antidepressiva, trizyklische
    Docetaxel / CYP3A-Substrate
    Mizolastin / CYP3A4-Inhibitoren, starke und CYP3A4-Substrate
    CYP3A4-Substrate / Repotrectinib
    CYP3A4-Substrate / Tiratricol
    unbedeutend Beta-Blocker / Calcium-Antagonisten, Dihydropyridine
    CYP3A-Substrate / Relugolix

    Warnhinweise

    Einnahme nach dem Essen.
    Mit Flüssigkeit einnehmen.Enthält Fructose, Invertzucker (Honig), Lactitol, Maltitol, Isomaltitol, Saccharose oder Sorbitol. Darf bei Patienten mit hereditärer Fructose-Intoleranz nicht angewendet werden.Die Anwendung in der Schwangerschaft darf oder sollte nicht erfolgen.Die Anwendung in der Stillzeit darf oder sollte nicht erfolgen.

    Dosierungsanleitung

    Dosierung

    • Essentielle Hypertonie
      • Behandlung individuell nach Schweregrad der Erkrankung
      • 1 Tablette (20 mg Nitrendipin) 1mal / Tag
      • Dosiserhöhung, optional, stufenweise bis 1 Tablette (20 mg Nitrendipin) 2mal / Tag
      • max. Tagesdosis: 2 Tabletten (40 mg Nitrendipin)
      • Anwendungsdauer:
        • entscheidet der behandelnde Arzt

    Dosisanpassung

    • Leberfunktionsstörung
      • initial: 10 mg unter häufiger Blutdruckkontrolle
      • falls Blutdruck zu stark absinkt: ggf. Arzneimittelwechsel
    • eingeschränkte Nierenfunktion
      • keine Dosisanpassung erforderlich
    • Kinder und Jugendliche < 18 Jahre
      • Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen
    • gleichzeitige Gabe von Cytochrom P450 3A4 (CYP 3A4)-System-Inhibitoren oder -Induktoren:
      • Anpassung der Nitrendipin-Dosis oder ggf. Verzicht auf Einnahme kann erforderlich sein

    Nebenwirkungen

    Nebenwirkungen, Wirkstoffprofil
    (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)
    Nitrendipin - peroral

    • Erkrankungen des Immunsystems
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • allergische Reaktionen einschließlich Hautreaktionen und allergisches Ödem / Angioödem
    • Psychiatrische Erkrankungen
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Angstzustände
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • Schlafstörungen
    • Erkrankungen des Nervensystems
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Kopfschmerzen
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • Schwindel
        • Migräne
        • Benommenheit
        • Müdigkeit
        • Hypästhesien
    • Augenerkrankungen
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • Änderung der optischen Wahrnehmung
    • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • Tinnitus
    • Herzerkrankungen
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Palpitationen
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • Schmerzen im Brustkorb
        • Angina pectoris
          • es kann gelegentlich, insbesondere zu Beginn der Behandlung, zum Auftreten von Schmerzen im Brustkorb und Angina-pectoris-Anfällen bzw. bei Patienten mit bestehender Angina pectoris zu einer Zunahme von Häufigkeit, Dauer und Schweregrad der Anfälle kommen
          • vereinzelt Auftreten eines Herzinfarktes beschrieben
        • Tachykardie
      • ohne Häufigkeitsangabe
        • Herzinfarkt
    • Gefäßerkrankungen
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Ödeme
        • Vasodilatation (z.B. Flush mit Erythem)
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • arterielle Hypotonie
    • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • Dyspnoe
        • Nasenbluten
    • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Flatulenz
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • gastrointestinale und abdominale Schmerzen
        • Durchfall
        • Völlegefühl
        • Übelkeit
        • Erbrechen
        • Mundtrockenheit
        • Dyspepsie
        • Verstopfung
        • Gastroenteritis
        • Gingiva-Hyperplasie
    • Leber- und Gallenerkrankungen
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • Leberenzymerhöhungen (alkalische Phosphatase und/oder AST, ALT)
    • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • Myalgie
    • Erkrankungen der Niere und Harnwege
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • Polyurie
    • Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Unwohlsein
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • unspezifischer Schmerz

  • Wirkstoff und weitere Bestandteile des Arzneimittels

    Stoffname Stoffmenge Stofftyp
    Nitrendipin20 mgWirkstoff
    Cellulose, mikrokristallin+Hilfsstoff
    Eisen (III) hydroxid oxid x-Wasser+Hilfsstoff
    Glycerol 85%+Hilfsstoff
    Hypromellose+Hilfsstoff
    Magnesium stearat+Hilfsstoff
    Maisstärke+Hilfsstoff
    Mannitol+Hilfsstoff
    Polysorbat 80+Hilfsstoff
    Povidon K25+Hilfsstoff
    Saccharose0.32 mgHilfsstoff
    Silicium dioxid, hochdispers+Hilfsstoff
    Titan dioxid+Hilfsstoff

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