ISOZID COMP 300MG N

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Steckbrief : ISOZID COMP 300MG N

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  • Anwendungsgebiete

    Indikation

    Erwachsene, Jugendliche und Kinder

    • Chemotherapie aller Formen und Stadien der Tuberkulose
      • immer in Kombination mit anderen antimykobakteriell wirksamen Mitteln
    • Chemoprophylaxe der Tuberkulose
      • bei nichtinfizierten, tuberkulin-negativen Exponierten
    • Chemoprävention der Tuberkulose bei
      • gefährdeten Patienten mit festgestellter Tuberkulinkonversion oder
      • Tuberkulin-Positivität ohne klinische oder sonstige tuberkulose-spezifische Befunde
    • Hinweise
      • fixe Kombination von Isoniazid und Pyridoxin (Vitamin B6)
        • vorzugsweise angezeigt bei Patienten, bei denen
          • Vitamin B6-Mangel vorliegt oder zu erwarten ist
          • ein erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Isoniazid-bedingten Neuropathie besteht
        • besondere Risikogruppe für diese Indikationen z. B. mangelernährte Patienten, Patienten mit chronischer Alkoholabhängigkeit, HIV-Patienten, Patienten mit Diabetes oder Niereninsuffizienz sowie Schwangere und Stillende
      • die üblichen und allgemein anerkannten Richtlinien für den angemessenen Gebrauch von antimikrobiellen Wirkstoffen bei der Anwendung berücksichtigen
    Art der Anwendung
    • um optimale Resorption zu gewährleisten, Einnahme auf nüchternen Magen (d.h. am besten mind. 1/2 Stunde vor dem Frühstück)
    • bei starken gastrointestinalen Beschwerden wie Erbrechen und Übelkeit: Einnahme mit einer leichten Mahlzeit empfohlen
    • Einnahme mit reichlich Flüssigkeit
    • Kinder < 6 Jahre
      • Einnahme der ermittelten Dosis in Flüssigkeit, breiiger oder halbfester Nahrung empfohlen
    •  

    Gegenanzeigen

    Kontraindikation (absolut), Wirkstoffprofil
    (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)
    Isoniazid, Pyridoxin hydrochlorid - peroral

    • Überempfindlichkeit gegen Isoniazid und/oder Pyridoxinhydrochlorid
    • vorausgegangene medikamenteninduzierte Hepatitis durch Isoniazid
    • schwere Leberfunktionsstörungen wie Verschlussikterus, akute Hepatitis, Leberzirrhose (Child Pugh C)
    • Polyneuropathien
    • Störungen der Hämostase und Hämatopoese

    Vorsichtsmaßnahmen

    Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen, Wirkstoffprofil
    (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)
    Isoniazid, Pyridoxin hydrochlorid - peroral

    • Nierenfunktionsstörungen
      • bei leichter bis schwer eingeschränkter Nierenfunktion (GFR < 90 ml/min)
      • das Arzneimittel kann unter der Voraussetzung, dass die Leberfunktion normal ist, in unveränderter Dosierung/Dosierungsintervall verabreicht werden
    • Leberfunktionsstörungen
      • unter der Therapie mit Isoniazid plus Pyridoxinhydrochlorid kann es aufgrund des lebertoxischen Potenzials von Isoniazid zu Leberfunktionsstörungen kommen
      • Generell muss bei der Kombinationstherapie der Tuberkulose die additive hepatotoxische Wirkung der eingesetzten Kombinationspartner beachtet werden
      • Klinische Konsequenzen, wie mögliche Therapieabbrüche oder Therapieanpassungen müssen im Einzelfall entsprechend eingeschätzt werden
      • Während der Behandlung mit Isoniazid plus Pyridoxinhydrochlorid sollten Patienten keinen Alkohol zu sich nehmen
      • folgende Patientengruppen haben ein erhöhtes Risiko für Leberschädigungen (wie z. B. Hepatitis)
        • Ältere und unterernährte Patienten
        • Patienten, die täglich Alkohol konsumieren
        • Patienten mit vorbestehenden bzw. chronischen Leberschäden
      • des Weiteren sollten folgende Patienten genauestens überwacht werden
        • Patienten, die gleichzeitig andere leber bzw. pankreasschädigende Medikamente
          einnehmen
        • Patienten mit Nierenschäden
        • Patienten mit neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen
        • Diabetiker
      • die Patienten sollten genau über das Auftreten früher Zeichen von Lebertoxizität oder Pankreastoxizität (Schwächegefühl, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Erbrechen) oder anderer Nebenwirkungen informiert werden
      • zusätzlich sollten Patienten angewiesen werden, sich beim Auftreten jeglicher Anzeichen von Nebenwirkungen unverzüglich an den Arzt zu wenden
      • bei Hinweisen auf Leberschädigungen (z. B. Hepatitis) ist Isoniazid sofort abzusetzen
      • ist eine weitere Behandlung mit Isoniazid erforderlich, darf diese erst nach dem vollständigen Abklingen der Symptomatik und Normalisierung der Parameter erneut begonnen werden
      • in diesem Fall muss Isoniazid zunächst einschleichend dosiert werden
      • bei Wiederauftreten von Anzeichen einer Leberschädigung muss die Anwendung von Isoniazid unverzüglich und endgültig beendet werden
      • während der Behandlung sollten regelmäßig Leberenzym- (einschließl. Cholestaseparameter) und Bilirubinkontrollen durchführen, um Schädigung der Leber frühzeitig zu erkennen
      • Anstieg der Leberblutwerte während der Therapie möglich
      • verbleiben Transaminasenwerte < 100 U/l, kann es trotz Fortsetzung der Therapie zu Normalisierung der Werte kommen
      • bei Zunahme der Transaminasen über 100 U/l, einem Anstieg der Bilirubinkonzentration und entsprechender klinischer Symptomatik ist ein sofortiges Absetzen notwendig
        • da schwere Hepatitiden mit beschriebenen Todesfällen unter Isoniazid beobachtet wurden
        • in Einzelfällen können periphere Neuropathien auftreten (obwohl das Medikament Pyridoxinhydrochlorid (Vitamin B6) zur optimalen Vorbeugung dieser Nebenwirkung enthält)
          • diese bilden sich unter zusätzlicher Verabreichung einer höheren Pyridoxin-Dosis zurück
    • Interaktion von Isoniazid mit anderen Wirkstoffen und Einfluss von Isoniazid auf körpereigene Stoffe
      • CYP450-inhibierende Eigenschaften
      • kann die Anwendung von Isoniazid den Metabolismus zahlreicher anderer Arzneimittel beeinflussen
      • bei Beginn und bei Beendigung einer Isoniazid plus Pyridoxinhydrochlorid-Therapie kann es daher notwendig werden die Dosis gleichzeitig verabreichter Arzneimittel, vor allem solcher mit enger therapeutischer Breite, anzupassen
        • abhängig vom Einfluss des Isoniazids auf deren Metabolismus
    • Vitamin D
      • bei Behandlung mit Isoniazid plus Pyridoxinhydrochlorid kann es zur Reduktion der Vitamin D-Serumspiegel kommen
      • eine prophylaktische Vitamin D-Gabe in üblicher Dosierung sollte in Betracht gezogen werden
      • in diesem Zusammenhang sind entsprechende Kontrollen erforderlich z. B.
        • Serum-Calciumspiegel
        • Serum-Phosphatspiegel
        • Überwachung der Nierenfunktion
    • Paracetamol
      • im Falle einer gleichzeitigen Verabreichung von Isoniazid plus Pyridoxinhydrochlorid und Paracetamol kann es zu einer Leberschädigung durch üblicherweise unschädliche Dosen von Paracetamol kommen
      • die Verabreichung von Paracetamol und Isoniazid plus Pyridoxinhydrochlorid sollte daher nur unter strenger Nutzen-Risiko-Abschätzung erfolgen
    • Antiepileptika
      • Isoniazid kann die Toxizität von antikonvulsiv wirkenden Arzneimitteln erhöhen
      • es kann notwendig sein, bei der gleichzeitigen Gabe von Isoniazid plus Pyridoxinhydrochlorid und Antiepileptika die Dosis der Antiepileptika zu reduzieren
      • die Serumspiegel der Antiepileptika, v.a. von Phenytoin und Carbamazepin, sollten überwacht werden
    • Kontrolle des Blutbildes
      • regelmäßige Blutbildkontrollen müssen ebenfalls durchgeführt werden, da unter Isoniazid plus Pyridoxinhydrochlorid unerwünschte Arzneimittelwirkungen auf Blut und Blutbestandteile auftreten können
    Schwangerschaftshinweise, Wirkstoffprofil
    (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)
    Isoniazid, Pyridoxin hydrochlorid - peroral
    • Isoniazid
      • wegen der in einzelnen Fällen aufgetretenen Enzephalopathien sollte das Arzneimittel in der Schwangerschaft nur zusammen mit Pyridoxin gegeben werden
      • passiert die Plazenta
      • Daten über eine begrenzte Anzahl von Schwangeren lassen nicht auf schädigende Wirkungen in therapeutischer Dosierung auf die Schwangerschaft oder auf die Gesundheit des Fetus/Neugeborenen schließen
      • über zwei Fälle von Fehlbildungen nach hohen Dosen Isoniazid ist berichtet worden
      • obwohl die allgemeine Fehlbildungsrate nicht erhöht ist, deuten die bekannt gewordenen Anomalien auf Schädigungen des ZNS hin
        • neurotoxische Effekte (Zusammenhang kann nicht ausgeschlossen werden)
      • bisher sind keine anderen einschlägigen epidemiologischen Daten verfügbar
      • Fertilität
        • Humandaten zur Wirkung von Isoniazid auf die Fertilität liegen nicht vor
    • Pyridoxin
      • ist plazentagängig und die fetalen Konzentrationen sind höher als die maternalen
      • tierexperimentelle Studien
        • ist im Tierversuch unzureichend geprüft
        • in einer Embryotoxizitätsstudie an der Ratte ergaben sich keine Hinweise auf ein teratogenes Potential von Pyridoxin
      • Fertilität
        • bei männlichen Ratten führte die Gabe sehr hoher Pyridoxin-Dosen zu Spermatogeneseschäden
    Stillzeithinweise, Wirkstoffprofil
    (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)
    Isoniazid, Pyridoxin hydrochlorid - peroral
    • die Anwendung von Isoniazid plus Pyridoxinhydrochlorid sollte nur nach sorgfältiger Abwägung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses erfolgen
    • eine zusätzliche Pyridoxin-Supplementation der Mutter während der Stillzeit wird empfohlen
    • Isoniazid geht in die Muttermilch über
      • bisher wurden keine unerwünschten Wirkungen bei Säuglingen beobachtet
      • die Konzentrationen in der Muttermilch entsprechen den maternalen Blutspiegeln
      • die durch die Milch aufgenommene Isoniazid-Konzentration beim Säugling entspricht etwa 1,2 % der maternalen Dosis

    Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

    Wechselwirkungen, wirkstoffbezogen
    keine Berücksichtigung des arzneimittelrechtlichen Zulassungsstatus des Präparates bzw. produktspezifischer Angaben
    schwerwiegend Serotonin-5HT1-Agonisten / MAO-Hemmer
    Sympathomimetika / MAO-Hemmer
    Linezolid / MAO-Hemmer
    MAO-Hemmer / Methylenblau
    Safinamid / MAO-Hemmer
    Clozapin / Stoffe mit potenziell myelotoxischen UAW
    H1-Antihistaminika / MAO-Hemmer
    Isoniazid / Ethanol
    Selegilin / MAO-Hemmer
    mittelschwer Carbamazepin / Isoniazid
    Hydantoine / Isoniazid
    Isoniazid / Rifampicin
    Azol-Antimykotika / Isoniazid
    Theophyllin / Isoniazid
    Bupropion / Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
    Clopidogrel / CYP2C19-Inhibitoren
    Levodopa / Isoniazid
    Cytisin / Tuberkulostatika
    Pazopanib / Isoniazid
    Leflunomid, Teriflunomid / Isoniazid
    Blutgerinnungsfaktoren, AAV-Vektor basiert / Stoffe, potenziell hepatotoxisch (Livertox Score A - C)
    Mavacamten / CYP2C19-Inhibitoren, schwache
    Efbemalenograstim alfa / Stoffe mit potenziell myelotoxischen UAW
    Arzneimittel, die den Serumphosphatspiegel verändern / Erdafitinib
    Belzutifan / UGT2B17- oder CYP2C19-Inhibitoren
    Kontrastmittel, iodhaltige / Stoffe, die die Krampfschwelle herabsetzen können
    geringfügig Paracetamol / Isoniazid
    Antikoagulanzien / Isoniazid
    Hydantoine / Pyridoxin
    Isoniazid / Corticosteroide
    Isoniazid / Pethidin
    Isoniazid / Valproinsäure
    Levodopa / Pyridoxin
    Primidon / Isoniazid
    Histamin / MAO-Hemmer
    Ibrutinib / CYP3A4-Inhibitoren, schwache
    Eliglustat / Isoniazid
    Vitamin D / Isoniazid
    Antidiabetika / Isoniazid
    Methoxyfluran / CYP2E1-Induktoren
    Methotrexat / Stoffe, potenziell hepatotoxisch
    Isoniazid / Stoffe, potenziell hepatotoxisch
    Interferon beta-1a / Isoniazid
    Mercaptopurin / Stoffe, potenziell hepatotoxisch
    Celecoxib / CYP2C9-Inhibitoren
    unbedeutend Barbiturate / Pyridoxin
    Benzodiazepine, oxidativer Metabolismus / Isoniazid
    Isoniazid / Aluminium-Salze
    Isoniazid / Beta-Blocker

    Warnhinweise

    Einnahme vor dem Essen.
    Mit Flüssigkeit einnehmen.

    Dosierungsanleitung

    Dosierung

    Basiseinheit: 1 Tablette enthält 300 mg Isoniazid und 60 mg Pyridoxinhydrochlorid

    • Chemotherapie, Chemoprophylaxe und Chemoprävention der Tuberkulose
      • Höhe der Dosierung von Isoniazid abhängig vom KG (Körpergewicht) des Patienten
      • Erwachsene und Jugendliche (> 30 kg KG)
        • 5 (4 - 6) mg / kg KG als Einmaldosis
        • max. Tagesdosis: 300 mg
      • Kinder > 3 Monate - 12 Jahre (</= 30 kg KG)
        • 10 (10 - 15) mg / kg KG als Einzeldosis
        • max. Tagesdosis: 300 mg
      • Kinder < 6 Jahre
        • Einnahme der ermittelten Dosis in von der Apotheke aus den Filmtabletten fachgerecht abgeteilter Menge und Form (zerkleinert und in einer geeigneten Einzeldosis abgefüllt) in Flüssigkeit, breiiger oder halbfester Nahrung empfohlen
        • Dosierungsempfehlungen
          • Gewichtsbereich (kg): > 3,5 bis </= 5
            • Empfohlene Dosis (1mal täglich): 50 mg
          • Gewichtsbereich (kg): > 5 bis </= 7,5
            • Empfohlene Dosis (1mal täglich): 75 mg
          • Gewichtsbereich (kg): > 7,5 bis </= 10
            • Empfohlene Dosis (1mal täglich): 100 mg
          • Gewichtsbereich (kg): > 10 bis </= 15
            • Empfohlene Dosis (1mal täglich): 150 mg
          • Gewichtsbereich (kg): > 15 bis </= 20
            • Empfohlene Dosis (1mal täglich): 200 mg
          • Gewichtsbereich (kg): > 20 bis </= 25
            • Empfohlene Dosis (1mal täglich): 250 mg
          • Gewichtsbereich (kg): > 25 bis </= 30
            • Empfohlene Dosis (1mal täglich): 300 mg
      • Kinder < 3 Monate
        • keine Dosierungsempfehlung, da unzureichende Daten
        • in der klin. Praxis werden Dosierungen von 10 - 15 mg / kg KG / Tag häufig verwendet
        • Jede Tuberkulose im Kindesalter sollte in enger Abstimmung mit erfahrenen Fachzentren versorgt werden
      • Intermittierende Therapie bei Tuberkulose
        • empfohlen, die Medikamente zur Therapie der Tuberkulose täglich über den gesamten Therapiezeitraum zu verabreichen, da dieses Vorgehen eine max. Therapiesicherheit garantiert
        • intermittierende Therapie der Tuberkulose wird für Deutschland nicht empfohlen
        • falls sich tägliche Medikamentengabe aus zwingenden Gründen nicht realisieren lässt, sollte die intermittierende Therapie nur in der Kontinuitätsphase und nur bei HIV-negativen Patienten mit voll medikamentensensibler Tuberkulose und als überwachte Therapie erfolgen
        • Erwachsene
          • 10 (8 - 12) mg / kg KG 3mal / Woche
          • Tagesmaximaldosis: 900 mg
      • Chemoprophylaxe und Chemoprävention der Tuberkulose
        • Chemoprophylaxe sollte (nach Ausschluss einer Tuberkuloseerkrankung) bei allen Kindern bis zum 5. Lebensjahr zeitnah nach Kontakt mit einem infektiösen, an Tuberkulose erkrankten Patienten begonnen werden
        • bei älteren Kindern und Erwachsenen ist prophylaktische Chemotherapie altersunabhängig insbesondere dann zu erwägen, wenn sie eine angeborene, erworbene oder medikamentös induzierte Immunschwäche haben
        • Indikation zur Chemoprävention ist bei Risikopatienten mit einem positiven Tuberkulin- oder IGRA-Testergebnis, bei denen eine behandlungsbedürftige Tuberkulose mittels Thorax-Röntgenaufnahme (TRU) weitgehend ausgeschlossen wurde, gegeben
        • Erwachsene und Jugendliche > 30 kg
          • 5 (4 - 6) mg / kg KG
          • max. 300 mg Isoniazid / Tag
        • Kinder </= 30 kg
          • 10 (10 - 15) mg / kg KG
          • max. 300 mg Isoniazid / Tag
        • Kinder < 6 Jahre
          • es gelten dieselben Dosierungsempfehlungen, wie für die Therapie beschrieben (siehe oben)
          • ebenso gelten die Hinweise auf die Interaktion von Isoniazid mit Getränken bzw. Nahrungsmitteln
      • Dosierung nach Therapieunterbrechung
        • bei Wiederaufnahme der Behandlung nach längerer Unterbrechung muss Isoniazid einschleichend dosiert werden
          • beginnend mit 50 mg / Tag
          • dann Steigerung über 3 - 7 Tage auf 200 - 300 mg / Tag (Erwachsene)
      • Behandlungsdauer
        • im Rahmen der allg. Standardtherapie der Tuberkulose wird Isoniazid in der 8-wöchigen Initialphase mit weiteren antimykobakteriell wirksamen Antiinfektiva (Rifampicin, Pyrazinamid und Ethambutol) kombiniert, in der sich anschließenden 4-monatigen Kontinuitätsphase werden Isoniazid und Rifampicin ohne zusätzliche Kombinationspartner verabreicht
        • Dauer der Anwendung richtet sich grundsätzlich nach dem jeweils verwendeten Therapieschema, das dem Ergebnis der Resistenztestung entsprechend ausgewählt wird
        • alle Therapieregime der Tuberkulose, in denen Isoniazid und/oder Rifampicin nicht über den gesamten Therapiezeitraum gegeben werden können, müssen entsprechend dem modifizierten Kombinationsschema in unterschiedlichem Ausmaß verlängert werden
        • nur zur Chemoprophylaxe und zur Chemoprävention wird Isoniazid als Monosubstanz eingesetzt
          • Chemoprophylaxe erfolgt über 8 - 12 Wochen, danach erneuter IGRA- oder Tuberkulintest
            • beiben die Tests negativ und Patient beschwerdefrei: Isoniazid-Therapie beenden
            • positive Testergebnisse: Therapie muss als Chemoprävention über die Gesamtdauer von 9 Monaten fortgeführt werden

    Dosisanpassung

    • eingeschränkte Nierenfunktion
      • leichte bis schwer eingeschränkte Nierenfunktion (Glomeruläre Filtrationsrate (GFR) > 15 ml/min)
        • bei normaler Leberfunktion: Verabreichung in unveränderter Dosis und unverändertem Dosierungsintervall
      • selbst bei GFR von < 15 ml / min wird empfohlene Normaldosis von 300 mg / Tag, die gleichzeitig auch der Tageshöchstdosis entspricht, i.d.R. gut toleriert
      • niereninsuffiziente Langsamacetylierer
        • ggf. verlängerte Plasmahalbwertszeit von Isoniazid, daher Überwachung der Isoniazid-Serumspiegel empfohlen
          • Talspiegel sollten 24 Std. nach letzter Applikation, also vor der nächsten Dosis, unter 1 mg / l liegen
        • Gabe von Isoniazid sollte nach der Dialyse erfolgen
        • Isoniazid wird mäßig durch Hämodialyse (9,2 % der initialen Dosis) und Peritonealdialyse (0,19 l / Std. in den ersten 6 Stunden) entfernt
    • eingeschränkte Leberfunktion
      • hepatische Vorerkrankungen, wie einer überstandenen akuten Hepatitis, positiver Antigen-Antikörper-Nachweis für Hepatitis B und C oder Alkoholabusus
        • Anwendung in normaler Dosierung möglich
        • allerdings wöchentliche bis mehrfach wöchentliche Kontrollen der entsprechenden Laborparameter in den ersten Monaten nötig (erhöhtes Risiko von Leberschäden)
        • einschleichende Dosierung, beginnend mit 50 mg / Tag, welches bis auf 200 - 300 mg / Tag (Erwachsene) über 3 - 7 Tage gesteigert wird, in Betracht ziehen
        • liegen Serumtransaminasewerte bereits vor der Tuberkulosetherapie 3-fach über dem Normwert, Therapie mit nur einem oder zwei hepatotoxischen Antituberkulotika erwägen
      • schwere Leberfunktionsstörungen wie Verschlussikterus, akute Hepatitis, Leberzirrhose (Child Pugh C); vorausgegangene medikamenteninduzierte Hepatitis durch Isoniazid
        • kontraindiziert

     

    Nebenwirkungen

    Nebenwirkungen, Wirkstoffprofil
    (kumulative Wirkstoffangaben ohne Berücksichtigung des individuellen Zulassungsstatus)
    Isoniazid, Pyridoxin hydrochlorid - peroral

    • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
      • ohne Häufigkeitsangabe
        • Eosinophilie
        • Knochenmarksdepression mit z. B. Granulozytopenie
        • Thrombozytopenie
        • Agranulozytose
        • sideroachrestische, hämolytische und megaloblastäre Anämie
        • Pyridoxinmangelanämie
        • Auftreten einer hämorrhagischen Diathese durch Vasculitiden
        • Immunthrombopenien und humorale Gerinnungsstörungen
        • Panmyelopathie (aplastische Anämie)
    • Erkrankungen des Immunsystems
      • ohne Häufigkeitsangabe
        • Exantheme (a u. a. akneiform besonders bei jüngeren Patienten)
        • pellagraähnliche Hautsymptome
        • exfoliative Dermatitis
        • Stevens-Johnson-Syndrom
        • Photosensitivität
        • Fieber
        • Asthma
        • Myalgien und Arthralgien
        • Quincke-Ödem
        • anaphylaktische Reaktionen
        • anaphylaktischer Schock
        • Lupus erythematodes
    • Endokrine Erkrankungen
      • sehr selten: kleiner 1/10000, einschließlich Einzelfälle
        • Hypoglykämie
      • ohne Häufigkeitsangabe
        • meist reversible Überfunktion von Nebennierenrinde (Cushing-Syndrom) und Hypophysenvorderlappen (mit Menstruationsstörungen bei der Frau bzw. gonadotropen Störungen/Gynäkomastie beim Mann)
        • psychische Störungen (Reizbarkeit, Ängstlichkeit), Konzentrationsschwäche, Depression, Psychosen (maniform, kataton oder paranoid)
    • Erkrankungen des Nervensystems
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • periphere Polyneuropathie mit Parästhesien
        • Sensibilitätsstörungen
        • Kopfschmerzen
        • Schwindel
      • ohne Häufigkeitsangabe
        • Krampfanfälle
        • Schläfrigkeit
        • Lethargie
    • Augenerkrankungen
      • ohne Häufigkeitsangabe
        • Optikusneuritis
        • Diplopie
        • Strabismus
    • Herzerkrankungen
      • ohne Häufigkeitsangabe
        • Herzrhythmusstörungen
        • Blutdruck-Dysregulation mit Schwindel
    • Gefässerkrankungen
      • ohne Häufigkeitsangabe
        • Vaskulitis
    • Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums
      • ohne Häufigkeitsangabe
        • acute respiratory distress syndrome (ARDS)
    • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Gastrointestinale Störungen wie
          • Diarrhoe
          • Obstipation
          • Aufstoßen
          • Völlegefühl
          • Erbrechen
      • ohne Häufigkeitsangabe
        • Pankreatitis
    • Leber- und Gallenerkrankungen
      • sehr häufig: größer bzw. gleich 1/10
        • Anstieg der Transaminasenaktivität
      • gelegentlich: größer bzw. gleich 1/1000 bis kleiner 1/100
        • Hepatitis
      • ohne Häufigkeitsangabe
        • akute Hepatitis (in schweren Fällen tödlicher Verlauf möglich)
    • Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes
      • selten: größer bzw. gleich 1/10000 bis kleiner 1/1000
        • toxische epidermale Nekrolyse (TEN)
        • Arzneimittelexanthem mit Eosinophilie und systemischen Symptomen
    • Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
      • häufig: größer bzw. gleich 1/100 bis kleiner 1/10
        • Muskelzittern
      • ohne Häufigkeitsangabe
        • Rheumatoide Symptome (Gelenke und Muskulatur)
        • Rhabdomyolyse
    • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
      • ohne Häufigkeitsangabe
        • Glomerulonephritis (meist reversibel)

    Hinweis

    • Isoniazid-bedingte Nebenwirkungen treten überwiegend alters- und dosisabhängig auf und finden sich häufiger bei „Langsamacetylierern"
    • Pyridoxin (Vitamin B6) ist allgemein gut verträglich, jedoch kann bei chronischer Einnahme hoher Dosen folgendes auftreten
      • periphere Neuropathien
      • Kopfschmerzen

  • Wirkstoff und weitere Bestandteile des Arzneimittels

    Stoffname Stoffmenge Stofftyp
    Isoniazid300 mgWirkstoff
    Pyridoxin hydrochlorid60 mgWirkstoff
    Pyridoxin49.36 mgk.A.
    Calcium hydrogenphosphat 2-Wasser+Hilfsstoff
    Cellulose, mikrokristallin+Hilfsstoff
    Copovidon+Hilfsstoff
    Crospovidon+Hilfsstoff
    Hypromellose+Hilfsstoff
    Macrogol 6000+Hilfsstoff
    Magnesium stearat (Ph. Eur.) [pflanzlich]mgHilfsstoff
    Talkum+Hilfsstoff
    Titan dioxid+Hilfsstoff

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